Bremen: „Schauburg“ und „Cinema“ wollen im Juli wieder öffnen

Kinos: Neustart mit Hindernissen

In der Warteschleife: das „Cinemaxx“ am Bahnhof (zehn Säle, 1 860 Plätze). 
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In der Warteschleife: das „Cinemaxx“ am Bahnhof (zehn Säle, 1 860 Plätze). Foto: KOLLER
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Bremen – Die Weichen sind gestellt: Der rot-grün-rote Senat hat in seiner siebten Corona-Verordnung grünes Licht für den Re-Start der Kinos ab 12. Juni gegeben. Gemach, gemach: Noch läuft nichts über die Leinwände der Bremer Spielstätten.

„Für uns macht der schnelle Termin keinen Sinn, weil es keine neuen Filme gibt und die Umsetzung der mit der Wiedereröffnung verbundenen Auflagen seine Zeit braucht“, heißt es auf der Homepage der Bremer Filmkunsttheater. Die Filmbranche habe sich auf den 2. Juli als Termin für Bundesstarts fokussiert.

Sonderprogramm für Kinos in Bremen

Die „Schauburg“ im Steintor und die „Gondel“ in Schwachhausen wollen am 1. Juli mit Sonderprogrammen den Kinobetrieb wieder aufnehmen. Ab Donnerstag, 2. Juli, will Theaterleiter Manfred Brocki in den beiden Häusern die Neustarts „Undine“ von Christian Petzold, „Der Fall Richard Jewell“ von Clint Eastwood sowie den Film „Die schönsten Jahre eines Lebens“ mit Anouk Aimée und Jean-Louis Trintignant platzieren. Das „Atlantis“ in der Böttcherstraße (88  Plätze) bleibt noch geschlossen. Bremens ältestes Programmkino, das „Cinema“ im Ostertor, will am 2.  Juli neu starten.

Die Wiederöffnung der Kinos ist an strenge Regeln geknüpft. „Die entscheidende Vorgabe ist, dass der Abstand von 1,50 Meter eingehalten werden muss“, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Dienstag auf der Senatspressekonferenz. Ansonsten gelten bekannte Regeln. So müssen Kinobesucher ihre Namen hinterlegen und die Veranstalter ein Hygienekonzept vorlegen. Die Erlaubnis ist außerdem auf 200 Besucher pro Veranstaltung begrenzt. Das heißt laut Brocki, dass im Großen Saal der Schauburg lediglich 60 von 270 Plätzen, im Kleinen Saal 20 (von 79) belegt werden können. Thomas Settje hat im „Cinema“ 32 Plätze im Angebot (normal: 120).

Ein größeres Kino könnte einem Senatssprecher zufolge also auch mehrere Säle nutzen – sofern sichergestellt sei, dass an Eingang und Popcorn-Ständen keine Staus entstehen.

Termine für Kinos in Bremen

Doch die großen Ketten halten sich zurück. Die „Cinemaxx“-Gruppe hat bundesweit 19 von 31 Kinocentern wieder am Netz. „Für Bremen können wir leider noch kein konkretes Datum nennen“, heißt es auf Nachfrage. Man stehe im Austausch mit dem Senat und strebe die schnellstmögliche Lösung an. „Cinemaxx“-Sprecherin Ingrid Breul-Husar ergänzt: „Für einen überregionalen Betreiber ist es nicht nachvollziehbar, wenn an einzelnen Standorten andere Regeln gelten sollen. Wir haben ein umfassendes Konzept am Start, das erprobt ist und bei einer behördlichen Prüfung als ,vorbildlich und exzellent’ bezeichnet wurde.“

Die „Cinestar“-Gruppe testet die Regelungen zur Wiedereröffnung in Lübeck, Karlsruhe und Konstanz. „Der Fokus liegt dabei auf einer reibungslosen Umsetzung der Hygiene- und Abstandsregelungen, um diese dann im Nachgang in unseren anderen Häusern auszurollen“, sagt Geschäftsführer Oliver Fock. Einen konkreten Re-Start-Termin für das „Cinestar“ am Weserpark gibt es noch nicht. Auch Fock moniert, dass es keine bundesweit einheitlichen Wiederöffnungstermine gebe: „Die unterschiedlichen Hygienestandards der Länder empfinden wir als bundesweiter Kinobetreiber als große Herausforderung.“

Das Cinespace Bremen hat jetzt einen Wiedereröffnungstermin bekanntgegeben: Am Donnerstag, 18. Juni, soll es im Multiplexkino im Einkaufszentrum „Waterfront“ in Gröpelingen (elf Säle, 2 785 Plätze) wieder losgehen. „Wir starten mit geänderten Öffnungszeiten und weniger Vorstellungen“, sagt Betriebsleiter Bernd Aurin. Und eben mit weniger Plätzen und entsprechendem Schutz- und Hygienekonzept. Die Kinosäle seien ausreichend dimensioniert und mit großen Lüftungsanlagen ausgestattet. Zunächst werden Filme gezeigt, die vor dem Corona-Lockdown über die Leinwand flimmerten. Anfang nächster Woche sollen Filmtitel und Vorstellungszeiten auf der Internetseite bekanntgegeben werden. Aurin hofft, im Laufe des Julis mit Start der neuen Filme wie „Tenet“ (16. Juli) und „Mulan“ (23. Juli) „den Betrieb wieder auf normale Verhältnisse hochfahren zu können“.
Im Autokino an der Weserseite der „Waterfront“ läuft der Betrieb weiter. In den nächsten Tagen stehen jeweils um 22.30 Uhr „Bad Boys for Life“ (Sonnabend), „Die Schöne und das Biest“ (Sonntag), „Parasite“ (Montag) und „Zombieland“ (Dienstag) auf dem Programm.
Bleibt das Kommunalkino „City 46“ (Birkenstraße 1). Auf dessen Homepage heißt es: „Ab 25. Juni geht der Vorhang wieder auf.“  

Von Jörg Esser

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