„Der erste Mensch“ von Albert Camus

Joachim Król liest in der Glocke

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Der Schauspieler Joachim Król liest am 10. Januar in der Bremer Glocke aus dem Buch „Der erste Mensch“ von Albert Camus. 

Bremen - Er spielte 1994 in der Komödie „Der bewegte Mann“, er war Hauptkommissar Frank Steier im Frankfurter „Tatort“, er war der (böse) Lover der Bremer „Tatort“-Kommissarin Sabine Postel, er war der Essener Ermittler Lutter und vieles mehr: Die Rede ist vom gebürtigen Herner Joachim Król. Aber der Schauspieler kann noch mehr, Hörbücher lesen beispielsweise. Jetzt liest der 60-Jährige aus einem Buch von Albert Camus. Am Mittwoch, 10. Januar, 20 Uhr, ist Król in der Glocke zu Gast.

Nach dem großen Erfolg der Lesung von Alessandro Barricos „Seide“ und dem Programm „Parlami d’amore“ mit Etta Scollo ist „Der erste Mensch“ Króls neues Bühnenprogramm. Bei seinem Gastspiel im Großen Saal der Glocke wandelt der 60-Jährige auf den Spuren von Albert Camus.

Als der französische Literaturnobelpreisträger im Januar 1960 bei einem Autounfall in Frankreich tödlich verunglückte, wurde in seiner Tasche ein 144-seitiges handgeschriebenes Manuskript mit dem Titel „Der erste Mensch“ gefunden. Es sollte bis 1994 dauern, bis seine Tochter zustimmte, diese Autobiographie in Form eines Romans posthum zu veröffentlichen.

Von der Kraft der Bildung

Gespiegelt in der Figur Jacques Cormery, erzählt der 1913 geborene Camus hier von seiner Kindheit, die er mit seiner fast tauben, analphabetischen Mutter und einer dominanten Großmutter in einem Armenviertel Algiers verbringt, das damals als Teil von Französisch-Nordafrika zu Frankreich gehörte. Sein Vater wiederum starb bereits zu Beginn des Ersten Weltkriegs in der Schlacht an der Marne, so dass der kleine Albert vaterlos aufwuchs.

Das ist auch ein zentrales Thema seines Romans. In seiner „berührenden und spannenden Geschichte“, so ein Sprecher der Glocke, schreibt Camus von der Kraft der Bildung – und davon, dass es jeder schaffen kann. Jeder, so Camus, kann sich selbst in den Mittelpunkt einer machbaren Zukunft setzen. „Für diesen Aufbruch aus der eigenen Existenz ist er das personifizierte Beispiel“, heißt es in der Ankündigung zu seiner Lesung weiter.

Albert Camus zeichnete sich durch einen ungeheuren Wissensdurst aus sowie den Drang, die Phantasie-Grenzen des Menschen auszuloten. Er kämpfte sich aus dem Armenviertel heraus, verleugnete aber nie seine Herkunft.

Camus‘ Heranwachsen in Algier erleben

Für den auf Camus‘ Text basierenden neu entstandenen Bühnenmonolog hat der Komponist Christoph Dangelmaier Musik aus Elementen des arabischen Rai und der französischen Musette geschrieben. Begleitet vom „Orchestre du Soleil“, macht Joachim Król so die Kindheit und Jugend Albert Camus‘ in Algier sowie seinen gesellschaftlichen Aufstieg in der Pariser Literaturszene lebendig. - gn

Joachim Król & L’Orchestre du Soleil/Albert Camus: „Der erste Mensch“. Glocke, Großer Saal, Mittwoch, 10. Januar, 20 Uhr. Tickets ab etwa 25 Euro gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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