„Mein erstes Chemiepraktikum“: Grundschüler experimentieren im Sachunterricht / Produkte selbst herstellen

„Kinder sind die geborenen Forscher“

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Sara und Tim experimentieren unter der Anleitung von Dr. Martina Osmers.

Bremen - Von Viviane Reineking. Mit ihren weißen Kitteln und Schutzbrillen sehen die 19 Grundschüler aus wie richtige Forscher. Gebannt sehen sie zu, wie Chemikerin Dr. Martina Osmers mit Trockeneis experimentiert und mit Nebel gefüllte Seifenblasen erzeugt.

Zu dieser ungewöhnlichen Schulstunde übergab die Geschäftsführerin des „Nawilab“ – ein Projekt, um Kinder für die Naturwissenschaften zu begeistern – eine Experimentierkiste an Christiane Jacobs, Schulleiterin der Grundschule am Alten Postweg.

„Nawilab“ ist eine Ausgründung aus dem Studiengang Chemie der Uni Bremen. „Mein erstes Chemiepraktikum“ enthält die Grundausstattung für den Sachunterricht, darunter Reagenzgläser, Messzylinder, Petrischalen und spezielle Materialien für verschiedene Experimente.

Finanziert wurde der Lernkasten von der Brede-Stiftung, die bereits die zehnte Schule auf diese Weise unterstützt. Die Stiftung setzt sich Dorothee Brede zufolge für Bildung, Ausbildung und Wissenschaft ein, vergibt beispielsweise Stipendien für Studenten. „Kinder sind die geborenen Forscher, neugierig und offen für Erfahrungen. Jedoch ist der Anteil an Chemie im Sachunterricht oft gering“, so Brede. Ziel des „Nawilab“-Projektes ist es daher, Grundschullehrer zu unterstützen, chemische Themen in den Sachunterricht einzubauen und ihnen ein „Werkzeug“ an die Hand zu geben.

Aus einem Styroporkarton dampft es gewaltig. „Das ist Trockeneis“, erklärt Osmers, „und ungefähr minus 80 Grad kalt“. Die Kinder lernen, dass es sich dabei um festes Kohlendioxid handelt. In Berührung mit warmem Wasser entsteht Nebel. Damit füllt Osmers mit Hilfe ihres „Assistenten“ Tim Seifenblasen, die die Grundschüler in der Handfläche halten.

Als nächstes „enttarnen“ die Schüler dann schwarze, wasserlösliche Filzstifte: Bei der Berührung mit Wasser zerläuft das Schwarz auf dem Filterpapier zur Verwunderung der Nachwuchsforscher in viele andere Farbtöne wie Rosa, Blau, Violett und Grün. Zoe weiß, woran es liegt, dass ihre Mitschüler unterschiedliche Beobachtungen machen und verschiedene Farben erkennen können: „Die Filzstifte sind unterschiedlich hergestellt.“ „Dieses Trennverfahren nennt man Chromatographie“, erklärt Osmers. „Damit lassen sich im Labor alle möglichen Stoffe voneinander trennen.“ Durch die Versuche lernen Schüler die elementare naturwissenschaftliche Arbeitsweisen und Phänomene kennen. · vr

http://www.nawilab.de

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