Baubeginn für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 1

Bremen: 3,7 Kilometer für 87 Millionen Euro

Sieben Menschen mit Schirmen und Masken vor einer Bahn.
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Symbolische Schlüsselübergabe: Mit Masken posieren Christian Schlesselmann (v.l.), Sebastian Mannl, Leiter des Amts für Straßen und Verkehr, Renate Otto-Kleen (Grüne), Enak Ferlemann, Andreas Bovenschulte, Maike Schaefer und Hajo Müller.

Nach 14 Jahren Planungsphase und politischen Debatten beginnt der Bau der Verlängerung der Linie 1 durch Huchting. Länge: 3,7 Kilometer. Kosten: 87 Millionen Euro.

Bremen – 1976 wurde Huchting ans Bremer Straßenbahnnetz angeschlossen. Die damalige Linie 6, heute Linie 1, wurde bis zum Roland-Center verlängert. „Zuvor endete die Fahrt vor Grolland an der Ochtum“, sagt Moderator Roland Kanwicher am Donnerstag beim offiziellen Baubeginn der Verlängerung der Linie 1 vom Roland-Center bis nach Mittelshuchting.

Die verlängerte Linie 1 soll im Herbst 2024 in Betrieb gehen, der Ringverkehr durch die Linien 57 und 58 erhalten bleiben. Der Beirat habe sich sowohl für die Verlängerung der Straßenbahnlinien als auch den Ringverkehr eingesetzt, sagt Beiratssprecherin Renate Otto-Kleen (Grüne). Herausgekommen sei eine Win-Win-Geschichte für den Stadtteil. Hajo Müller, BSAG-Vorstandssprecher, sagt: „Wir setzen darauf, dass die Vorteile der direkten Straßenbahnverbindung sowie die Flexibilität der Buslinien zusätzliche Fahrgäste zum Umstieg vom Auto motivieren wird.“ Auf den neuen Strecken sollen weitgehend neue Straßenbahnen eingesetzt werden, sagt Müller.

Der neue Streckenabschnitt hat eine Länge von 3,7  Kilometern. Auf ihm sollen dann die Haltestellen Willakedamm, Auf den Kahlken, Delfter Straße, Sodenmatt, Flämische Straße und Brüsseler Straße liegen. Die Haltestellen Willakedamm und Auf den Kahlken sollen auch durch die Linie 8 genutzt werden, die mit 15 neuen Haltestellen über die Landesgrenze hinaus nach Stuhr und Weyhe-Leeste verlängert werden soll. Die Bauarbeiten für die Linie 8 sollen beginnen, sobald Baurecht vorliegt. Da die Verlängerung beider Linien vom Roland-Center ausgehen, werden sie oft zusammen betrachtet.

Für Linie 8 fehlt noch das Baurecht

Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sagt: „Ich bin echt froh, dass ich das noch erleben darf.“ Das Projekt Linie 1 und 8 sei für ihn die vergangenen 14  Jahre omnipräsent gewesen sei, auch schon, als er Bürgermeister in Weyhe war. „Es war nicht klar, ob wir das Projekt zu Ende bekommen“, ergänzt er.

Anlässlich das offiziellen Baubeginns der Linie 1 wurde eine „Huchting-Bahn“ präsentiert, eine neue Straßenbahn, außen verziert mit Motiven aus Huchting und Zitaten von Huchtingern. „Ich möchte nicht woanders leben“, schreibt dort eine Andrea F. Eine Maren K. notiert: „In kürzester Zeit in die Stadt und aufs Land.“. Alles steht unter dem Motto: „Huchting ist meins“. Noch ist Platz für weitere Statements. Die Bahn soll in Bremen Werbung für den Stadtteil machen. Auch wurde ein großer, symbolischer Schlüssel gezeigt und später dem Huchtinger Ortsamtsleiter Christian Schlesselmann mitgegeben.

Bremen zahlt neun Millionen Euro

Die neue Linie soll Huchting von Autoverkehr entlasten. „Der Stadtteil leidet darunter, dass viele Pendler vom Umland nach Bremen durchfahren“, sagt Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne). Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, sagt, besonders die Berufspendler würden profitieren. Der öffentliche Nahverkehr würde sich in den nächsten zehn Jahren verdoppeln müssen.

Die Kosten betragen 87 Millionen Euro. 50 Millionen übernimmt der Bund, 28 Millionen kommen aus ÖPNV-Landesmitteln ebenfalls vom Bund, neun Millionen zahlt die Stadt Bremen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das Projekt in Folge der Corona-Krise etwas teurer wird, sagt Schaefer. Die Baukosten würden steigen. „Wir erleben das bei allen Bauprojekten.“

Weitere Infos unter

www.linie1und8.de

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