Tower Musikclub feiert Auszeichnung und Geburtstag

Willkommen im Club

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Der Tower Musikclub ist mit dem Spielstättenprogrammpreis „Applaus“ ausgezeichnet worden.

Bremen - Von Pascal Faltermann. Rock 'n' Roll ist tot, immer wieder sterben Clubs, der Musikindustrie ging es schon wesentlich besser. Ständig gibt es neue Schreckensmeldungen, die in der Musikszene Untergangsstimmung verbreiten. In der ganzen Szene? Nein! Es gibt Clubs, die hören nicht auf, Widerstand zu leisten. Fast rebellisch tut dies der Tower Musikclub in Bremen.

Seit 20 Jahren. Mit immer mehr Konzerten, immer neuen Bands und Partys und mittlerweile mit dem Spielstättenprogrammpreises „Applaus“ ausgezeichnet. Eine Erfolgsgeschichte, die mit einer großen Geburtstagssause gefeiert wird.

Rammstein, The Hives, Beatsteaks, Sportfreunde Stiller oder Deichkind - die Liste internationaler und nationaler Künstler, Bands und Musiker, die seit der Eröffnung am 1. Februar 1995 im Tower auf den Bühnenbrettern standen ist lang und namhaft. Aus dem ehemaligen Restaurant für Räuberessen ist einer der angesagtesten Clubs in Bremen, in Norddeutschland geworden. Für viele Künstler ist die Spielstätte am Herdentorsteinweg ein Sprungbrett an die Spitze.

Olli Brock leitet seit fünf Jahren den Tower Musikclub alleine.

Chef des Towers ist seit sechs Jahren Olli Brock, der im fünften Jahr den Laden alleine leitet. Zuvor war er 15 Jahre lang als DJ und Konzertveranstalter in dem Club tätig. Gründer Claus Harry Weihe und Oliver Marahrens waren anfangs als Betreiber aktiv und entwickelten den Veranstaltungsort mit. Sie legten die Basis, es folgten aber zwei große Umbauten und mit dem 42-jährigen Bock kam auch eine eigene Konzertanlage in den Club. In den Anfangsjahren wurde noch jedes Mal eine externe Beschallungsanlage in den Laden geschleppt. Mittlerweile gibt es neben Brock einen Festangestellten und etwa 30 studentische Aushilfskräfte plus ein Security-Dienst, der im Tower sein Geld verdient.

Die Anzahl der Konzerte stieg in den vergangenen Jahren immer mehr an. Im Oktober und November ist Livemusik-Hochzeit – vier bis fünf Konzerte gibt es wöchentlich. All das sind Grundlagen, damit es den Preis „Applaus“ durch die Initiative Musik für herausragende Livemusikprogramme in Deutschland gab. Gerechnet hat Tower-Chef Brock mit dem Preis nicht. Er hofft, „dass die Gäste die hohe Qualität der auftretenden Bands schätzen“ und wünscht sich, dass sich auch andere Clubs oder Konzertreihen aus Bremen für diesen „wichtigen Preis“ bewerben. Im Verein Clubverstärker werde immer wieder darauf hingewiesen. Es ist das erste Mal, dass der Tower eine Förderung erhält: Insgesamt 15.000 Euro stellt die Initiative Musik zur Verfügung, die in die Entwicklung des Clubs gesteckt werden müssen. Im Tower wird dieses Geld in DJ-Equipment und die Lichtanlage investiert. „Da haben wir Nachholbedarf“, so Brock. Er hofft, dass auch die Bremer Kulturpolitik aufmerksam wird und Live-Spielorte wie beispielsweise das Meisenfrei, Moments, Tower, Lila Eule oder das Modernes fördern würde.

Überregional bekannt ist der Tower durch dauerhafte Verweise von Bands. Als Kraftklub in der ÖVB-Arena spielten, erwähnten sie den Club. So machen es auch viele andere Bands. Auf der Kettcar-Single des Songs „Deiche“ ist ein Live-Mitschnitt aus dem Club, eine MTV-Show der Guano Apes drehte das Filmteam hier und auch im Kino-Film „Keine Lieder über Liebe“ mit Jürgen Vogel kommt die Location vor.

Gut was los bei Livekonzerten im Tower.

Nicht nur die Auszeichnung für den Tower soll gefeiert werden. Aufgrund des 20. Geburtstages hat Brock 20 Live-Veranstaltungen zusammengestellt. Konzerte von Bands wie Herrenmagazin, Itchy Poopzkid, Vierkanttretlager oder Adam Angst gab es bereits. Zu den Höhepunkten gehört ein Abend mit Beatsteaks-Sänger Arnim Teutoburg-Weiß und Bassist Torsten Scholz, die am 12. Dezember zum zweiten Mal 2015 als DJ-Team Fra Diavolo auftreten. Die Krönung: ein Auftritt der Band Kettcar am Samstag, 14. November. Das Konzert der Hamburger Gruppe um Sänger Marcus Wiebusch ist exklusiv, da die Musiker im April 2013 eine kreative Pause einlegten und zwei Jahre keine Konzerte spielten. Frontmann Wiebusch war zudem solo unterwegs und es ist das einzige Konzert der Band 2015. Brock ist mit den Musikern befreundet und schrieb ihnen eine lange Mail. Seiner Bitte konnte die Band nicht widerstehen. Die Tickets für das Konzert waren nach 45 Minuten ausverkauft. Nach dem Auftritt geht es mit dem „Turmspringen“ weiter: Djs von Früher wechseln sich an den Plattentellern ab. Doch damit nicht genug: Bernd Begemann, The Real Big Fish oder The Toasters werden den Tower noch bespielen.

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