Straßennamen erzählen Geschichten (394): Der Deliusweg erinnert an einen Bremer Sprach- und Literaturwissenschaftler

„Kenntnis und Pflege Shakespeares“

Kreiszeitung Syke

Bremen - Von Thomas Kuzaj· Delius – ein Name, der einiges mit Bremen zu tun hat. Deutlich mehr sogar, als man bisweilen denkt. Ein Delius zum Beispiel wird durch einen Straßennamen in Horn geehrt – eben durch den Deliusweg, der von der Marcusallee abgeht.

Gemeint ist hier Nikolaus Delius, der 1813 in Bremen geboren wurde und im Jahr 1888 in Bonn gestorben ist. Dieser Delius war ein Mann der Literatur. Er studierte Literatur der Antike und beschäftigte sich anschließend mit einem Schriftsteller einer späteren Epoche – mit William Shakespeare.

Der Bremer Delius übersetzte sieben Shakespeare-Stücke in die deutsche Sprache. Er gehörte zu den Gründern der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft. Der Bremer Literaturwissenschaftler gilt als Begründer der englischen Philologie in Deutschland. Er hatte den ersten deutschen Lehrstuhl für Anglistik.

Die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft von 1864 gibt es noch heute. „Sie ist eine der ältesten literarischen Gesellschaften Europas, wenn nicht sogar der Welt, und hat etwa 2 000 Mitglieder“, heißt es auf ihrer Internetseite. Und weiter: „Sie fördert die Kenntnis, Pflege und Aneignung des Werkes von William Shakespeare im deutschen Sprachgebiet. Dabei stützt sie sich auf eine enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft, Schule und künstlerischer Praxis.“

Den Anlass zur Gründung der Gesellschaft boten die Feiern zu Shakespeares 300. Geburtstag am 23. April 1864. Gründungsort war Weimar. Zum Gründerkreis zählten – neben Delius – Schriftsteller und Theaterleute, Privatgelehrte und Universitätsprofessoren, Industrielle und Kaufleute und Angehörige des Weimarer Hofes.

Zurück nach Bremen. Delius vermachte der Staatsbibliothek seiner Heimatstadt – heute: Staats- und Universitätsbibliothek (SuUB) – seine Shakespeare-Sammlung. Begraben ist Delius auf dem Waller Friedhof – in einem Familiengrab. Der Name Delius taucht so manches Mal in Bremens Geschichte auf – so im Namen des Handelshauses Louis Delius, das 1832 gegründet wurde. „Zu den Marktführern mittelständischer deutscher Exportunternehmen zählend, unterhält die Firmengruppe Louis Delius heute eigene Büros in Deutschland, China, Singapur und Südafrika, 18 Vertretungen in Lateinamerika und ist weltweit in 37 Ländern auf vier Kontinenten tätig“, heißt es in einer Selbstdarstellung im Internet. Und: „Louis Delius und seine Schwesterfirmen bieten Heimwerkermärkten, Bauunternehmen und Industrie in Lateinamerika ein breites Sortiment deutscher und asiatischer Produkte.“

Der Deliusweg in Horn wiederum ist die Postadresse von Rhododendronpark und Botanika. Wie berichtet, ist in der Botanika noch bis zum 14. April der Maler Karsang Lama zu Gast – er malt Rollbilder (Thangkas).

Zurück zur Literatur. Nicht aus Bremen stammt der Schrifsteller Friedrich Christian Delius. Dafür kommt Bremen in einem seiner Bücher vor. Im „Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ wird Alt-Bürgermeister Klaus Wedemeier (SPD) zu einer literarischen Figur.

WWW.

shakespeare-gesellschaft.de

louis-delius.de

rhododendronpark-bremen.de

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