Windparkfirma kauft 15-Hektar-Grundstück

Kellogg-Areal wird zur „Überseeinsel“

Bremen - Der nächste große Meilenstein für Bremen und für die Erweiterung der Überseestadt ist eingeleitet und das Konzerngelände der Firma Kellogg gestern an den Windparkprojektierer WPD verkauft worden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, gaben die Beteiligten bekannt.

In enger Abstimmung mit der Stadt Bremen will der neue Eigentümer die 15 Hektar große Fläche am Weserlauf zukünftig weiterentwickeln – dazu wurde bereits Ende 2017 eine Absichtserklärung zwischen dem US-Frühstücksflockenhersteller und der Stadt unterzeichnet, um das Gelände im Einvernehmen neu zu beplanen. Mehrere Vorstudien und ein Masterplan für die gesamte Fläche des südlichen Europahafens sollen im Ergebnis Klarheit darüber bringen, wie das Kellogg-Areal zukünftig weiterentwickelt werden kann, sagt eine Sprecherin des Bremer Immobilienunternehmens Robert C. Spies, das in die Planungen involviert ist. Der Projektname steht allerdings schon fest: „Überseeinsel“.

Die ersten sechs städtebaulichen Entwürfe seien gesichtet worden, heißt es. Eine „vertiefende Untersuchung“ erfolgt jetzt mit den beteiligten Parteien, den Vertretern der Stadt Bremen sowie den Unternehmen WPD und Spies. „Ziel ist es, ein auch unter Mobilitätsaspekten sowie energetischen Gesichtspunkten wegweisendes Projekt umzusetzen, sodass die Überseestadt in eine neue, weitere Zukunft getragen wird“, sagen WPD-Gesellschafter Dr. Klaus Meier und Jens Lütjen, geschäftsführender Gesellschafter der Spies- Gruppe.

Der Projektname „Überseeinsel“ soll die „außergewöhnliche Lagegunst“ des auf der Halbinsel etwa 1 500  Meter vom Marktplatz entfernt gelegenen Grundstücks hervorheben. „Die ,Überseeinsel’ wird ein urbanes und zugleich nachhaltiges Quartier mit Vorzeigecharakter über die Grenzen der Region hinaus“, sagt Meier.

„Identitätsstiftende Gebäude“ soll erhalten bleiben 

Ferner sei es ein Ziel, „identitätsstiftende Gebäude“ aus emotionalen, touristischen und öffentlichkeitswirksamen Aspekten zu erhalten. Dazu zählen die Planer das heutige Kellogg-Silo. „Die städtebaulichen Fragen und detaillierten Konzepte werden in den nächsten Wochen intensiviert“, kündigen Baustaatsrat Jens Deutschendorf und Wirtschaftsstaatsrat Ekkehart Siering an. Dazu sei „eine hochkarätig besetzte Jury“ gebildet worden, unter anderem mit dem ehemaligen Hamburger Oberbaudirektor Jörn Walter.

Einig sind sich die Beteiligten darüber, dass Wohnungen, öffentliche Einrichtungen sowie Raum für Dienstleistungen und Gewerbe auf der „Überseeinsel“ im Rahmen einer optimalen Durchmischung umgesetzt werden sollen. „Vielfältigste Nutzungsformen stehen bei der Entwicklung des Areals im Fokus“, sagt Lütjen. Dazu zählten eine Schule, ein ausgewogenes Wohnungsangebot, attraktive öffentliche und kulturelle Plätze, Grünflächen am Weserverlauf sowie flexible Mietflächen und Platz für gewerbliche Nutzer und Unternehmenszentralen. Laut Andreas Heyer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bremen, handelt es sich um „eine historische Chance und optimale Voraussetzung für eine weitere positive Entwicklung der Überseestadt“. Ein Beginn der ersten Baumaßnahmen sei im Jahr 2021 denkbar. 

je

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