Fahrbahn neigt sich leicht / Kein Baustopp auf Bahnhofsvorplatz / Bahngleise weiter gesperrt

„Keinerlei Gefahr“ für die Hochstraße

Gesperrte Gleise am Hauptbahnhof: Hier sackte die Erde im Zuge der Bauarbeiten auf dem Vorplatz um sieben Zentimeter ab. Auch die Hochstraße neigt sich leicht. - Foto: Photoka

Bremen - Von Viviane Reineking. Seit August vergangenen Jahres laufen die Bauarbeiten für den geplanten Einkaufs- und Bürokomplex auf dem Bahnhofsvorplatz, das „City Gate“ des Hamburger Investors Achim Griese. Weil die Erde im Zuge der Arbeiten absackte, sperrte die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) am Mittwochabend zwei Gleise (wir berichteten). Auch die benachbarte Hochstraße neigt sich seit Baubeginn leicht. „Es besteht aber keinerlei Gefahr, einen behördlichen Baustopp gibt es nicht“, sagte gestern der Sprecher des Bauressorts, Jens Tittmann.

Seit Beginn der Arbeiten habe sich die zur Baugrube hin befindliche Fahrbahn der Hochstraße um drei Millimeter geneigt, die Straße sich insgesamt um 1,5 Millimeter gesenkt. Der statistische Grenzwert liege aber mit Sicherheitspuffer bei fünf Millimetern, erst dann sei laut einem Vertrag zwischen dem Bremer Amt für Straßen und Verkehr (ASV) und dem Hamburger Projektentwickler der Wert erreicht, wo nicht mehr weitergebaut werde, so der Ressortsprecher weiter.

Messsensoren erfassen ständig die Veränderung des Bodens. Nicht ohne Grund: „Bei solch einem Bauprojekt war von vorneherein klar: Probleme werden auftreten, das ist nicht überraschend“, heißt es aus dem Bauressort. Und weiter: „Einen offiziellen Baustopp gibt es nicht.“ Und dennoch: Bei der Achim-Griese-Treuhandgesellschaft will man erst einmal die Gründe abwarten, bis man auf der Baustelle weiter in die Tiefe gräbt. „Wir betreiben Ursachenforschung und wollen dann den Stand der Technik anpassen, um eine weitere Absenkung zu vermeiden“, so Geschäftsführer Ulf Wachholtz gestern gegenüber unserer Zeitung.

Zur Hochstraße sagte Bauressort-Sprecher Tittmann: „Wir sind weit von einer Sperrung entfernt.“ Die Neigung könnte mit speziellen technischen Maßnahmen ausgeglichen werden. Im Gegensatz zu kleinen Veränderungen im Bereich der Hochstraße ist die Erde im Gleisbereich der Straßenbahnen jedoch um mehr als sieben Zentimeter abgesackt. Busse und Bahnen, die sonst die Gleise A und B nutzen, werden auf andere umgeleitet.

Warum der Boden überhaupt abgesunken ist, soll derzeit eine Untersuchung klären. Laut Wachholtz werde das Gutachten Ende nächster Woche vorliegen. Gründe könnten Tittmann zufolge etwa die in die Baugrube eingebrachten Spundwände oder die monatelange Belastung des Bodens mit schwerbeladenen Lastwagen sein.

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