Dritte Verhandlungsrunde

Keine Bewegung im Tarifstreit der Metall- und Elektroindustrie

Bremen - Auch nach Tarifrunde drei stehen in der Metall- und Elektroindustrie Norddeutschlands die Zeichen auf Konfrontation. Ein Duchbruch blieb erwartungsgemäß aus. Die Folge: Mehr Warnstreiks.

In der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie zeichnet sich noch kein Ende des Tarifkonflikts ab. Arbeitgeber und Gewerkschaften gingen nach der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag in Bremen ohne konkrete Ergebnisse auseinander. 

„Es ist ein mühsamer Weg, aber wir haben beide den Willen, aufeinander zuzugehen. Das haben wir heute unterstrichen", sagte der Präsident des Arbeitgeberbandes Nordmetall, Thomas Lambusch. Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, attestierte den Arbeitgebern, dass sie sich nur in „Trippelschritten und mit viel Druck aus den Betrieben" bewegten.

9.200 Streikende in Bremen, Bremerhaven und Achim

Die Gewerkschaft will diesen Druck jetzt erhöhen und rief für kommenden Mittwoch zu einem sogenannten Küstenaktionstag mit Demonstrationen und Kundgebungen auf. Schon am Donnerstag wurden die Gespräche von Demonstrationen begleitet, an denen laut IG Metall 3.500 Menschen teilnahmen. Insgesamt hätten am Donnerstag 9.200 Beschäftigte aus 13 Betrieben in Bremen, Bremerhaven und Achim vorübergehend die Arbeit niedergelegt, allein 5.000 beim Autobauer Daimler. 

Die Verhandlungen werden für rund 140.000 Beschäftigte in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und den Nordwesten Niedersachsens geführt. Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und die Möglichkeit, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit befristet auf 28 Wochenstunden senken können.

Arbeitgeber bieten zwei Prozent mehr Lohn

Die Arbeitgeber lehnen das ab und wollen im Gegenzug über eine Ausdehnung der Arbeitszeit sprechen. Sie boten bislang zwei Prozent mehr Lohn ab April 2018 für zwölf Monate plus eine Einmalzahlung von 200 Euro für Januar bis März 2018. Die Verhandlungen sollen am 25. Januar in Hamburg fortgesetzt werden. Dann soll es aber nur um regionale Themen wie die Angleichung von Schichtzuschlägen und Wasch- und Umkleidezeiten gehen. 

Wann und wo sich bei den in mehreren Tarifgebieten geführten Verhandlungen ein Pilotabschluss ergibt, ist noch offen. Viele rechnen damit, das dies in Baden-Württemberg geschieht. Für die norddeutschen Länder betonte Nordmetall-Präsident Lambusch: „Wenn die IG Metall von der Warnstreikstraße wieder auf den Pfad der Vernunft zurückkehrt, sehe ich durchaus Chancen für einen Tarifabschluss in den nächsten Wochen." - dpa

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-avis

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