„Auf einen Espresso“ mit Reinhard Josties vom Mieterverein Bremen

Kein Spaß ohne Gegner

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Reinhard Josties’ Badmintonschläger soll wieder genutzt werden. ·

Bremen - Von Ilka LangkowskiÜber 320 Vereine bundesweit setzen sich unter ihrem Dachverband, dem Deutschen Mieterbund, für die Interessen von Mietern ein. Reinhard Josties leitet die Bremer Geschäftstelle seit zehn Jahren. Vorher war er dort als Rechtsberater tätig und kennt eine Vielzahl von Konflikten, die zwischen Mietern und Vermietern auftreten können.

Ziel des Vereins sei es aber, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen, sagt Josties, denn ein Prozess belastet das Verhältnis der Parteien zusätzlich. In nächster Zeit erwartet er wegen der geplanten Mietrechtsänderungen, energetischer Modernisierungen und einem Nachfrageüberhang an Wohnraum erhöhten Beratungsbedarf. Neben dem breiten rechtlichen Spektrum, das für berufliche Abwechslung sorgt, mag Josties es, den Menschen bei einem Problem helfen zu können.

Der Jurist hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Der 56-Jährige hat seinen alten Badmintonschläger mitgebracht, der seit vielen Jahren darauf wartet, wieder regelmäßig genutzt zu werden.

„Eigentlich ist dieser Espresso ein Anstoß, um wieder regelmäßig Sport zu treiben“, sagt Josties, der bis zu seinem 30. Lebensjahr ganz auf sportliche Aktivitäten verzichtete. Doch gegen Ende des Studiums, 1981, änderte sich das. Er suchte einen Ausgleich zum vielen Lernen und begann, Badminton zu spielen. Josties ist gleich intensiv in den schnellen Sport eingestiegen. Zwei Mal pro Woche hat er trainiert und an den Wochenenden Punktspiele bestritten. Mit zunehmenden Arbeitsaufkommen blieb der Schläger jedoch immer öfter in der Schutzhülle. „Das soll sich ändern“, sagt Josties, „auch wenn es deutlich schwieriger geworden ist, in den Vereinen passende Trainingstermine und Mitspieler zu finden.“ Die einstige Trendsportart ist zwar in den höheren Wettkampfklassen ordentlich besetzt, darunter hat sich die Nachfrage etwas gelichtet. Als Alternative einfach nur hin und her zu spielen, reizt Josties nicht. Er braucht einen Gegner. „Der Sinn des Spiels ist es ja, dorthin zu schlagen, wo der Gegenspieler nicht steht“, merkt er an.

Ähnlich wie in der Juristerei? „Ja“, sagt er und lacht. Für ihn ist das Spiel aber ein Ausgleich zum Alltag und der Juristerei: „Badminton holt einen aus dem Trott, man unternimmt etwas mit anderen Leuten und natürlich ist es eine sportliche Betätigung“.

Sechs fixe Fragen

Was verbindet Sie mit Bremen?

Josties:Ich bin zwar in Delmenhorst aufgewachsen, habe aber seit meinem Studium in der Stadt gewohnt oder gearbeitet. Ich fühle mich hier zu Hause. Es ist vielleicht ein bisschen „gemütlich“ (lacht), aber ich lebe hier gern.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Josties:Ich wohne am Rande des Viertels. Dort kommen wir zum Einkaufen vorbei und dort halten wir uns viel auf, gehen Kaffee trinken oder Essen.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Josties:Wenn sie Bremen nicht kennen, die touristischen Highlights mit Marktplatz, Böttcherstraße und Schnoor, aber auch Weser, Schlachte und Osterdeich.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Josties:Die Tiere, mit denen man Kontakt hat, zum Beispiel, die man bei Verwandten und Bekannten trifft. Wenn ich mehr Zeit hätte, könnte durchaus bei mir ein Hund oder eine Katze in den Haushalt kommen.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Josties:Meine Urlaube verbringe ich immer auf Reisen, also würde ich mich mal mit meiner Lebenspartnerin durchs Viertel treiben lassen, nichts tun, etwas Essen gehen und Leute angucken – ohne große „Action“.

Was macht Sie schwach?

Josties:Ab und zu ein gutes Essen. Dann werfe ich die guten Vorsätze bezüglich der Menge über Bord.

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