Reiseanbieter melden Zurückhaltung

Bremer sind vorsichtig: Kein Run auf Mallorca

 Angela Kunz steht am Eingang ihres Reisebüros.
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„Das Reiseverhalten ist gedämpft“: Angela Kunz steht am Eingang ihres Reisebüros in Habenhausen. Eine Schildkröte steht auf dem Tisch mit Desinfektionsspray, irgendwie passend zur Lethargie der Gegenwart.

Alles Mallorca oder was? Die Bremer sind eher zurückhaltend. Die Reisebüros jedenfalls melden keinen Ansturm auf einen Osterurlaub auf der Balearen-Insel.

Bremen – Die Entscheidung der Bundesregierung, insbesondere Mallorca nicht mehr als Corona-Risikogebiet einzustufen, weil die Insel eine Inzidenz von weniger als 50 Fällen je 100 000 Einwohner aufweise, hat Mitte März die Buchungen für die Insel steigen lassen. Dies hat Unverständnis und Kritik ausgelöst, zumal Reisen im Inland wegen der Corona-Schutzvorkehrungen weiterhin kaum möglich sind.

Längst sind viele deutsche Urlauber auf der Balearen-Insel gelandet. Fluggesellschaften haben der Bundesregierung mittlerweile zugesagt, Reisende vor der Rückreise noch auf der Insel auf das Virus zu testen. Am Mittwoch hieß es, die Kanzlerin wolle prüfen, ob Reisen nach Mallorca verboten werden können.

Das Thema erhitzt die Gemüter. Doch das Interesse an den Flügen in den Süden ist wieder abgekühlt. In Bremen jedenfalls, wie eine Umfrage zeigt. „Traum-Ferienwohnungen“, ein Online-Marktplatz für Ferienunterkünfte mit Firmensitz in der Überseestadt, verzeichnete ab 12. März einen regelrechten Run auf die Mittelmeerinsel, sagt Pressesprecherin Franziska Borel. „Da geisterte durch die Presse, dass es bald Reiseerleichterungen geben soll und das Mallorca geringe Infektionszahlen hat.“ Am 14. März kam dann die Nachricht, dass kein Test und keine Quarantäne bei der Rückkehr nötig seien. Lediglich ein Test vor Reiseantritt und ein Eintrag in einem Internet-Dokument wären nötig gewesen. Die Zugriffe auf den Seiten mit Ferienwohnungen auf „Malle“ seien um 140 Prozent gestiegen.

„Jetzt herrscht Zurückhaltung“

Ab 17. März sei es das Interesse wieder gesunken. „Nach dem Ansturm herrscht jetzt Zurückhaltung“, so Borel. Das Risiko, nach einem positiven Corona-Test vor dem Rückflug auf Mallorca in Quarantäne bleiben zu müssen, verunsichere potenzielle Urlauber. „Traum-Ferienwohnungen“ stellt Kontakt zwischen Anbietern und Interessenten her. So könnten Interessenten und Vermieter auch über dieses Risiko und eine mögliche Lösung sprechen, sagt Borel.

Auch in Bremer Reisebüros wird kein Run auf Mallorca für die Osterferien registriert. „Die Leute sind verhalten. Sie buchen eher für den Herbst und den Sommer“, sagt Angela Kunz, Inhaberin eines Reisebüros in Habenhausen. „Im Moment ist das Reiseverhalten gedämpft. Ich arbeite an Stornierungen und Umbuchungen.“ Muna Hadidi aus dem Reisebüro Hadidi in Gröpelingen sagt, wenn gebucht werde, dann für den Spätsommer oder die Herbstferien, teilweise schon Kreuzfahrten für 2022 und 2023.

Buchungen für 2022 und 2023

Kunz verweist darauf, dass es unklar sei, wie eine mögliche Quarantäne am Urlaubsort geregelt sei und wer für die Kosten für dann notwendige neue Flüge aufkomme. Sie verweist auf Corona-Versicherungen. „Wer jetzt reist, ist gut beraten, wenn er eine Versicherung abschließt.“ Reiseveranstalter würden Stornierungsmöglichkeiten kostenlos oder für wenig Geld anbieten, fährt sie fort. Das würde Druck vom Kunden nehmen. Auch Hadidi lobt die Vertragsangebote, die eine Stornierung der Reise bis 14 Tage vor Antritt erlauben. „Die Kunden haben ein ungutes Gefühl, jetzt zu buchen“, sagt sie. Da sei es beruhigend, zurücktreten zu können. Sie sagt, ihr Reisebüro würde auch viele Flüge für Besuche in die jeweilige Heimat verkaufen. Die würden gebucht, sobald die Länder die Grenzen aufmachten.

Der Flughafen Bremen geht davon aus, dass Mallorca zum Beginn des Sommerflugplans wieder angeflogen werde. „Für den noch geltenden Winterflugplan sind alle Flüge nach Mallorca von den Airlines gestrichen worden“, sagt Sprecherin Andrea Hartmann. Ryanair starte am 26.  März wieder gen Mittelmeer, am 28. April wolle Eurowings nachziehen, Sundair ab Anfang Mai.

„Aktuell operiert der Flughafen immer noch auf rund fünf Prozent des Vorjahresniveaus“, sagt Hartmann. „Die weitere Entwicklung ist jetzt noch nicht absehbar und hängt davon ab, wie lange Reiseziele noch Risikogebiete bleiben und es eine Quarantäne-Pflicht bei der Rückkehr nach Deutschland gibt.“

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