Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert 584 Euro Kindergrundsicherung

Kein Geld für Heft und Kino

Bremen - Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat gestern eine Grundsicherung für Kinder gefordert. Sie sei nötig, weil etwa 30 Prozent der 100 504 Kinder im Land Bremen in Armut leben, hieß es. „Diese Kinder leiden an der finanziellen Armut ihrer Familien“, so eine Sprecherin.

Und weiter: „Die geltenden Regelsätze reichen nicht aus, um ein Kind vernünftig zu ernähren und zu kleiden. Bildung, Freizeit, Kultur, Schulhefte, Schwimmbadbesuch, Kino sind kaum zu finanzieren. Was für viele Kinder selbstverständlich ist, ist für arme Kinder utopisch.“ Das 2011 eingeführte Bildungs- und Teilhabepaket helfe kaum. Eigentlich soll es armen Kindern die Teilnahme an Musik- und Sportangeboten ermöglichen – oder ihnen das Mittag essen in Kindergarten und Schule finanzieren. „Doch bei vielen Kindern kommt diese Hilfe überhaupt nicht an“, so Gerd Wenzel, Vorsitzender des Paritätischen in Bremen. „Ein bürokratisches Monster, das vorwiegend Mittag essen und Fahrtkosten zur Schule, aber kaum sportliche oder kulturelle Aktivitäten fördert und dessen Verwaltung große Summen verschlingt.“

Sinnvoll wäre es, Kinder direkt zu unterstützen, sagte Wenzel. Die gegenwärtige Kombination von Kindergeld und Steuerfreibetrag begünstige wohlhabende Familien. Die Kindergrundsicherung des Paritätischen soll genau umgekehrt wirken. „Heute erhalten wohlhabende Familien durch den Kinderfreibetrag einen viel höheren Zuschuss zu den Kosten für die Erziehung eines Kindes als Familien mit einen geringeren Einkommen über das Kindergeld. Außerdem müssen Familien auch auf Einkommen, das für den Unterhalt der Kinder nötig ist, Sozialabgaben zahlen – anders als bei der Steuer“, so Wenzel.

Addiere man die Beträge, um die Familien gegenüber Menschen ohne Kinder benachteiligt würden, ergebe sich ein monatlicher Betrag von 456 Euro. „Eine Kindergrundsicherung gleicht bis zu diesem Betrag also nur die bestehende Benachteiligung aus. Erst wenn es mehr wird, kann man von einer Förderung der Familien sprechen“, hieß es.

Der Paritätische fordert eine Kindergrundsicherung von monatlich 584 Euro. „Diese Summe orientiert sich am Kinderfreibetrag des Steuerrechts“, so Wenzel weiter. „Dieser Kinderfreibetrag setzt sich zusammen aus dem sogenannten sächlichen Existenzminimum in Höhe von 364 Euro monatlich und einem Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung von 220 Euro.“ · kuz

http://www.paritaet-bremen.de

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