Erwachsene Fahrgäste greifen nicht ein

Duo belästigt Mädchen in Zug

Bremen - In einer Regionalbahn sollen zwei junge Männer am Sonnabendnachmittag gleich fünf Mädchen belästigt und eingeschüchtert haben. Keiner der erwachsenen Fahrgäste habe eingegriffen, heißt es.

Erst eine 15-jährige Jugendliche hatte den Mumm, sich den Männern entgegenzustellen, wie die Polizei am Dienstag berichtete. Nach den Angreifern wird wegen sexueller Belästigung gesucht.

Wie Polizeisprecher Nils Matthiesen berichtete, kam es am Sonnabend gegen 17 Uhr zu den Belästigungen. Die fünf Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren waren mit der Regio-S-Bahn vom Hauptbahnhof in Richtung Farge unterwegs. Im Zug wurden sie, so die Polizei, von zwei jungen Männern angesprochen. Das Duo bedrängte die Jugendlichen und berührte sie an Haaren und Armen, wie es heißt.

Polizei ermittelt wegen sexueller Belästigung und Körperverletzung

Laut Matthiesen griff niemand von den erwachsenen Fahrgästen ein. So machten die Mädchen ein Foto von den Tätern. Unter Androhung von Gewalt gelang es den beiden Männern, die Jugendlichen derart einzuschüchtern, dass sie die Fotos wieder löschten, berichtete die Polizei weiter. Während mehrere Zeugen sich das Geschehen tatenlos ansahen, griff schließlich eine erst 15-Jährige ein. Sie stellte sich den Angaben zufolge am Bahnhof Vegesack vor das Duo, damit die Mädchen unversehrt den Zug verlassen konnten.

Die jungen Männer sollen ihr daraufhin ins Gesäß gekniffen, sie bespuckt und ihr ins Gesicht geschlagen haben. Die Polizei ermittelt nun unter anderem wegen sexueller Belästigung und Körperverletzung gegen die flüchtigen Männer. Sie sollen 20 bis 25 Jahre alt sein und gebrochen Deutsch gesprochen haben. Einer trug laut Polizei eine schwarze Mütze mit einem türkisfarbenen Totenkopf.

Hinsehen statt wegschauen

Hinweise an die Bremer Kripo unter Telefon 0421/362-3888. Die Polizei wertet jetzt die Videoaufnahmen vom Bahnhof aus, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Der Polizeisprecher appellierte zudem erneut an Zeugen: „Hinsehen statt wegschauen. Reagieren Sie, wenn Menschen bedrängt werden, fordern Sie andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf. Wenden Sie sich an das Personal in öffentlichen Verkehrsmitteln und rufen Sie die Polizei unter 110 an.“

gn

Rubriklistenbild: © imago stock&people

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