INTERVIEW Kabarettist gastiert auf der „Seebühne“

Trepper kommt mit roter Tasche nach Bremen

Wolfgang Trepper mit roter Damenhandtasche.
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Mit roter Damenhandtasche: Wolfgang Trepper sammelt nach seinem Auftritt Spenden für eine Schule in Malawi.

Am Freitag beginnt die Open-Air-Veranstaltungsreihe auf der „Seebühne“. Mit dabei ist auch der Kabarettist und Comedian Wolfgang Trepper. Er tritt am 18. Juli auf.

Bremen – Der Countdown läuft. Am Freitag beginnen die Sommerspiele auf der „Seebühne Bremen“ am Gröpelinger Weserufer, wohl vor 1 000 Zuschauern. Los geht es mit zwei Konzerten von „Element of Crime“ (2./3.Juli). Bis 22. August sind 57 Veranstaltungen geplant. Mit dabei ist am 18. Juli (20 Uhr) der Comedian und Kabarettist Wolfgang Trepper. Der sozial engagierte Künstler wird nach der Show wieder Spenden sammeln.

Als Sammelbehälter dient eine rote Damenhandtasche. Über jenes Utensil, über das Künstlerleben in Corona-Zeiten und seinen Auftritt in Bremen spricht der 60-Jährige Duisburger, der jetzt in Hamburg lebt, im Interview.

Moin, Herr Trepper. Sie kommen bald nach Bremen. Und dürfen wieder vor Publikum spielen...

Ich habe jetzt schon ein paar Mal in Hamburg im Schmidt-Theater vor 225 Zuschauern gespielt. Ich musste mich erst wieder daran gewöhnen.

Dauerurlaub ohne Beschäftigung

Ist der Kontakt zum Publikum für Kabarettisten besonders wichtig?

Ja klar, Ich lege da auch besonderen Wert drauf.

Wie sind Sie bislang durch die Corona-Zeit gekommen?

Ich habe kaum gearbeitet, war ja nicht möglich. Wenn man brachial so von 250 bis 280 Auftritten pro Jahr auf Null runtergefahren wird, dann kommt einem die erste Zeit wie Urlaub vor. Aber man merkt schnell, dass es ein Dauerurlaub ohne Beschäftigung wird. Und das macht keinen Spaß. Ein paar Streams habe ich gemacht, bin dreimal im Autokino aufgetreten – das bringt nichts. Und dann gab es noch ein paar Radio- und Fernsehauftritte.

Haben Sie alle Spielshows abgeklappert?

Nein. Ehrlich gesagt, wirft man mir die Einladungen nicht hinterher. Ich war nur bei „Wer weiß denn sowas?“ (mit Kai Pflaume, Elton und Bernhard Hoëcker), das war auch lustig. Und ich hatte ein paar Auftritte bei „Nuhr im Ersten“.

Aus der Talkrunde zur Live-Übertragung der Champions-League-Spiele bei Sport 1 sind Sie raus?

Das hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich hatte mehr Einladungen dafür als Zeit hinzugehen. Aber wie das so ist. Dann kommt ein neuer Chefredakteur. Der will einen nicht. Und das war’s dann.

Ihr „Schlagerhasser“-Programm mit Mary Roos soll fortgesetzt werden. Nach „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ folgt jetzt „Mehr Nutten, mehr Koks und scheiß auf die Erdbeeren“...

Die Premiere war schon für den Sommer 2020 geplant. Jetzt haben wir uns auf den Herbst 2021 verlegt.

„Das ist der komplette Wahnsinn“

Finden Sie immer noch genug Schlagertexte, die Sie zerpflücken können?

Das ist ein Quell ewiger Freude. Die neuen Texte von Frau Fischer oder den vielen Männern, die alle gleich klingen, sind ja auch nicht besser. Das ist der komplette Wahnsinn.

Wissen Sie schon, ob Sie mit dem Programm auch nach Bremen kommen?

Ja. Auf jeden Fall. Hundertprozentig. Die Vorstellungen in Bremen sind immer ausverkauft.

Sie kommen also gerne nach Bremen?

Immer wieder. Ich bin mindestens einmal im Jahr für drei bis vier Abende da. Ich hatte einen meiner ersten ausverkauften Auftritte in Bremen. Das vergisst man nicht. Auch als Industriekaufmann war ich häufig in Bremen. Das erste Handball-Bundesliga-Auswärtsspiel vom OSC Rheinhausen habe ich in der Bremer Stadthalle gesehen. Gastgeber war der TV Grambke. Und schließlich habe ich Freunde in Harpstedt.

Was erwartet die vielleicht 1 000 Besucher am 18. Juli auf der Seebühne?

Die Leute, die mich kennen, wissen was kommt. Es gibt die lauten Schenkelklopfer-Nummern. Und es gibt ruhige ernste Momente. Die Mischung muss stimmen. Ich möchte, dass sich die Leute gut unterhalten fühlen.

Bringen Sie Ihre rote Damenhandtasche mit?

Klar. Ohne die werde ich gar nicht mehr auf die Bühne gelassen. Und ich werde damit auch nach der Show wieder Spenden für soziale Projekte sammeln. Ich lasse gerade eine Schule in Malawi für 400  Kinder bauen. Und da muss immer noch nachgerüstet werden. Jetzt soll eine Solaranlage aufs Dach, um Strom zu erzeugen. Im Herbst ist es in Malawi ab 18  Uhr stockdunkel. Und ohne Strom geht dann nichts.

Warum eigentlich eine rote Damenhandtasche?

Das ist purer Zufall. Ich habe bei einem Auftritt im Schmidt-Theater mit einer Kollegin hinter der Bühne auf den Auftritt gewartet. Dann wurde Ihr Name aufgerufen, sie musste auf die Bühne und hat mir ihre rote Tasche in die Hand gedrückt mit den Worten „Halt mal eben!“. Kurze Zeit später ist sie links von der Bühne, ich rechts rauf. Mit der Tasche in der Hand. Mein erstes Soloprogramm hieß später: Halt mal eben! Und die Tasche ist geblieben. Nichts hält länger als ein Provisorium. Übrigens. Ich habe mittlerweile einige der Taschen. Tchibo-Modelle, die sind längst ausverkauft. Aber wenn ich dann eine solche Tasche bei Ebay entdeckte, schlage ich zu.

Zur Person: Wolfgang Trepper, geboren am 9. Mai 1961 in Duisburg, begann 2003 seine Karriere als Profi-Kabarettist. Zuvor war er unter anderem Handballmanager beim damaligen Bundesligisten OSC Rheinhausen und Hörfunkmoderator. Im Februar 2007 hatte er seinen ersten Fernsehauftritt. 2011/2012 spielte er in der Rolle des „Opa Schlönzke“ eine Hauptrolle im Musical „Kein Pardon“ von Hape Kerkeling und Thomas Hermanns in Düsseldorf. Seit 2013 tritt Trepper auch im rheinischen Karneval auf. Von 2015 bis 2019 war er mit Mary Roos und dem Programm „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ auf Tour. In dieser Show zerlegte er als „Schlagerhasser“ die Produkte des Genres.

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