„Bremen zur See“: Die Gründung einer Navigationsanstalt im Jahr 1798

Keimzelle der Seefahrtschule

Die Steuermannschule auf der Wichelnburg, vormals eine Nervenheilanstalt, in Bremen um 1855. - Foto: Archiv Focke-Museum

Bremen - Von Ulf Kaack. Mit dem stark zunehmenden internationalen Seeverkehr im 19. Jahrhundert wurde eine fundierte, durch gesetzliche Rahmenbedingungen verbindlich geregelte Ausbildung der Seeleute immer wichtiger. Das führte 1798 zur Gründung einer Navigationsschule in der Hansestadt, die Keimzelle für die Seefahrtschule Bremen und den heutigen Internationalen Studiengang „Ship Management“ der Hochschule Bremen. Mit dem Thema befasst sich die heutige Folge der Reihe „Bremen zur See“.

Der 1767 in Bremen geborene Steuermann, Mathematiker und Pädagoge Daniel Braubach rief 1790 – nach dem Ende seiner Fahrenszeit – mit Unterstützung des Senats und der Kaufmannschaft eine private Navigationsschule ins Leben. Während der Besatzung Bremens durch Napoleon stellte der Senat seine finanziellen Beiträge ein. Braubach gab Privatunterricht und verlagerte 1821 seine Lehrtätigkeit nach Hamburg. Der Kapitän, Reeder, Kaufmann und Konsul Carl Phillip Cassel gründete 1798 mit weiteren Partnern die Bremische Navigationsschule im Haus Seefahrt. Mehrfach musste der Standort gewechselt und der Lehrbetrieb unterbrochen werden. Die Schülerzahlen schwankten.

Mitte des 19. Jahrhunderts existierte in Bremen eine Steuermannsschule. Hier war Artur Breusing ab Februar 1850 Navigationslehrer. Ab 1854 fand die Ausbildung in der bisherigen „Irrenanstalt“ auf der Wichelnburg im Stephaniviertel statt. Breusing gilt als einer der bedeutendsten Nautiker und Geographen seiner Zeit.

1858 wurde er Direktor der zwischenzeitlich umbenannten Seefahrtschule. 1861 promovierte er. Durch sein Wirken und Renommee entwickelte das nautische Lehrinstitut zur angesehensten Seefahrtschule in Deutschland. Sein Bruder Adolph Bermpohl, Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), war hier von 1870 bis 1884 als Navigationslehrer tätig.

1877 entstand am Neustadtswall ein neues Schulgebäude. Es wurde 1909 mit erheblichem Aufwand umgebaut und 1944 bei einem Luftangriff zerstört. Ab 1946 konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden und fand zunächst in wenig komfortablen Baracken in der Bürenstraße und der Hermann-Böse-Straße statt. Drei Jahre später nutzte man Räume in der Schule an der Elsflether Straße, bevor 1958 der Neubau des Lehrgebäudes auf dem Stadtwerder eröffnet wurde. Das Studium erfolgte seinerzeit in vier Semestern sowie einem Jahr Fahrenszeit und anschließend weiteren vier Semestern Studium.

Funkausbildung in den frühen 50er Jahren in der Seefahrtschule Bremen an der Elsflether Straße. Die Klasse ist mit der Telegrafie-Aufnahme beschäftigt. - Foto: Karlheinz Müller/Seefunknetz

1968 fusionierten die Seefahrtschulen Bremen und Bremerhaven zur Seefahrtsakademie und wurden zwei Jahre später zur Hochschule für Nautik aufgewertet. Das Studium umfasste nun sechs durchgehende Semester. 1982 wurde der Außenstandort Bremerhaven und 1986 die Ausbildung zum Seefunker aufgegeben.

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