Katholische Gemeinde St. Johann bis Oktober geschlossen / Innensanierung

Kirche in neuem Outfit

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Werner Kalle vom Kirchenvorstand der Gemeinde St. Johann in einem Teil des Kellers unter der mittelalterlichen Klosterkirche. Nach seinem Umbau soll er Obdachlosen offenstehen, die hier Waschmaschine und Trockner nutzen können.

Bremen - Von Viviane Reineking. Die katholische Propsteikirche St. Johann im Schnoor schließt ihre Pforten – vorerst. Wo bislang noch Gemeindemitglieder aus 122 Nationen ihre Gottesdienste feiern, übernehmen ab Montag, 4. April, Architekten und Handwerker das Zepter. Die Sanierung des Innenraumes der um 1380 erbauten Franziskanerkirche ist der dritte und letzte Abschnitt einer umfangreichen Renovierung.

Lange war klar, dass eine Sanierung der mittelalterlichen Klosterkirche aus dem 14. Jahrhundert unumgänglich ist. Die Bausubstanz war baufällig geworden, Ausstattung und Zugang nicht mehr zeitgemäß. „Eigentlich wollten wir mit dem Hubwagen nur schauen, wo die Kirche renovierungsbedürftig ist“, blickt Propst Martin Schomaker auf die Zeit vor gut viereinhalb Jahren zurück. Dann der Schock: Der Sockel des gut 2,20 Meter hohen Sandsteinkreuzes auf dem Giebel war durch Wettereinflüsse so stark angegriffen war, dass das Kreuz noch am selben Tag abgenommen werden musste. „Und die Liste wurde immer länger“, so Schomaker zu den anstehenden Arbeiten, die im Mai 2013 mit der Sanierung der Fassade begannen.

Architekt Jürgen Hinse (v.l.), Schwester Francis Wächter, Pfarrer Martin Schomaker und Kirchenvorstand Werner Kalle.

Für die nun startende letzte Bauphase müssen die knapp 50000 Katholiken ihre Kirche räumen: Gottesdienste finden dann sonntags um 12 Uhr in der evangelischen Liebfrauenkirche statt, um 18 Uhr weicht die Gemeinde in den Willehad-Saal der Alten Post aus, und die Morgenmessen werden im Birgittenkloster gefeiert. Eine „sehr aufregende Zeit“ für Schwester Francis Wächter, die als Küsterin die Gottesdienste an den wechselnden Orten vorbereiten muss. Am 30. Oktober soll alles fertig sein: Dann eröffnet der Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, das Gotteshaus in neuem Outfit wieder.

Bis dahin herrscht Hochbetrieb im 715 Quadratmeter großen Innenraum der einzigen erhaltenen Klosterkirche Bremens: Sitzbänke werden ausgeräumt, damit das Architektenteam um Jürgen Hinse mit der Sanierung beginnen kann. Rund 1300 Quadratmeter Gewölbe und 2300 Quardatmeter Wandfläche erhalten einen neuen Anstrich. Eine spezielle Filteranlage soll dafür sorgen, dass diese nicht so schnell wieder unter dem Ruß der in katholischen Kirchen wichtigen Kerzen leiden. „Wir bauen auch eine neue Lautsprecheranlage ein sowie eine Beleuchtungsanlage für farbige Lichteffekte“, so Pfarrer Schomaker.

Barrierefreier Zugang in den Neubau von St. Johann.

Der Beichtraum bekommt ein freundlicheres Erscheinungsbild, der viel genutzte Eingangsbereich unter der Orgelempore eine neue Aufteilung. Über eine Umbaumaßnahme freut sich vor allem Werner Kalle vom Kirchenvorstand der Propsteigemeinde: In der Alten Sakristei, bislang vor allem Abstellraum, entstehen Toiletten, Dusch- und Waschgelegenheiten für Obdachlose, ein Bereich des Kellers wird für Waschmaschine und Trockner hergerichtet.

Bereits im zweiten Bauabschnitt wurden die Sakristei und ein barrierefreier Zugang über eine neue „Kommunikations- und Begegnungsstätte“ rechts vom Haupteingang fertiggestellt. Mit einer Aluminium-Glas-Fassade schaffe der Neubau eine gläserne Fuge zwischen der Wohnbebauung mit Pastorenwohnungen und Propstei und der Kirche, die von West nach Ost einen Duchblick ermögliche, heißt es.

Den größten Teil der Gesamtkosten in Höhe von rund 3675000 Euro trägt das Bistum in Osnabrück, zu dem die Propsteipfarrei St. Johann gehört, rund 600000 Euro muss sie selbst aufbringen. Für die Finanzierung fehlen den Angaben nach noch etwa 100000 Euro, die durch Spenden und Kollekten zusammenkommen sollen.

Für Sonntag, 10. und 17. April, lädt die Gemeinde übrigens um 12 Uhr zu „Baustellenmessen“ in die leere Kirche ein.

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