Kampf um Vorsitz offen / Gegenwind für Bovenschulte

Karin Jöns will an die Spitze der SPD

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke· Die langjährige EU-Abgeordnete Karin Jöns will die Spitze des Bremer SPD-Landesverbandes erobern. Gestern meldete die 56-Jährige ihren Anspruch auf die Kandidatur an.

Damit dürfte dem bis dahin einzigen Kandidaten Andreas Bovenschulte, der Erster Gemeinderat in Weyhe ist, starker Gegenwind entgegenschlagen. Denn Jöns gilt als wortgewaltig und äußerst lebhaft. Der Kampf um die Spitze ist offen.

Bovenschulte war vor einer Woche vom amtierenden SPP-Landeschef Uwe Beckmeyer (60) und dem Bremer Bundestagsabgeordneten Carsten Sieling (51) ins Spiel gebracht worden. Beide hatten zuvor angekündigt, keinen Machtkampf um den SPD-Vorsitz austragen zu wollen und auf ihre Kandidatur verzichtet.

Bei Karin Jöns – und wohl auch anderen SPD-Mitgliedern – kam dieser Vorschlag nicht so gut an. Parteiintern war von Bevormundung die Rede. Für die gebürtige Kielerin, die von 1994 bis 2009 im EU-Parlament saß, war dieser „Coup“, wie sie das Verhalten von Beckmeyer und Sieling bezeichnet, Grund genug, „in mich zu gehen“.

Jöns, seit 1973 in der SPD, seit 1998 im Landesvorstand der Bremer Sozialdemokraten, sagte gestern gegenüber unserer Zeitung: „Man muss doch die Wahl zwischen mehreren Kandidaten haben dürfen.“ Vielleicht meldeten noch mehr Bewerber ihr Interesse an. Jöns: „Das belebt die Partei. Die politische Willensbildung wird transparenter.“ Und: „Gerade unter mehreren Kandidaturen eine Entscheidung fällen zu können, zählt zu den Grundprinzipien der Demokratie.“ Ein „fairer parteiinterner Wettstreit“ beschädige niemanden, „sondern ist vielmehr das Salz in der Suppe“ demokratischer Entscheidungsprozesse, betont Jöns in einem Schreiben an die Mitglieder des Verbandes. Gleichzeitig trage dies zur Schärfung des sozialdemokratischen Profils maßgeblich bei.

Eigentlich, so Jöns, habe sie gar nicht kandidieren wollen. Sie sei jedoch von vielen SPDlern dazu aufgefordert worden. Den Genossen habe es ebensowenig wie ihr gefallen, dass Beckmeyer und Sieling einfach jemand „aus dem Hut gezaubert“ hätten, der Parteichef werden soll. Die 56-Jährige setzt jetzt auf eine Mitgliederbefragung. „Die Einbindung der Basis ist wichtig“, unterstreicht sie. Aufräumen wolle sie auch mit dem Vorurteil, dass „Frauen nicht aus den Puschen kommen“.

Ihr Anliegen für die Zukunft: „Die SPD muss sich mehr nach außen öffnen, um auf der Suche nach den besten Lösungen für die großen sozialen Herausforderungen unserer Zeit wieder ganz dicht bei den Menschen zu sein.“

WWW.

spd-bremen.de

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