Karfreitag: Tanzen erlaubt

Bremen - Bremer können Karfreitag künftig länger an kommerziellen Tanzveranstaltungen teilnehmen: Mit einer Novelle des Feiertagsgesetzes beschloss die Bremische Bürgerschaft gestern, den Schutz der „stillen Feiertage“ Karfreitag, Volkstrauertag und Totensonntag im Land Bremen entsprechend zu lockern.

Nach dem mehrheitlichen Beschluss der rot-grünen Regierungsfraktionen in zweiter Lesung dürfen Discotheken an diesen Tagen nun länger öffnen.

Das bisher gültige Bremische Feiertagsgesetz verbot an Karfreitag von 4 Uhr morgens bis 4 Uhr des nächstfolgenden Tages öffentliche Veranstaltungen, bei denen der „ernste Charakter“ nicht gewahrt ist. Künftig soll dieses „Tanzverbot“ nur noch von 6 Uhr bis 21 Uhr gelten. Auch am Volkstrauertag und am Totensonntag können in Discos länger Platten aufgelegt werden.

Der theologische Repräsentant der Bremischen Evangelischen Kirche, Renke Brahms, sagte, mit dem Gesetz blieben die stillen Feiertage im Kern geschützt. Der Kompromiss sei tragbar. Er warnte aber vor einer weiteren Lockerung. „Ich hoffe sehr, dass hier nicht nur die Axt an die Wurzel gelegt wurde, um eines Tages den Baum zu fällen.“ Der leitende Theologe betonte, die Gesellschaft brauche verlässliche Ruhezeiten. „Sie schenken uns im öffentlichen Raum die Möglichkeit zu gemeinsamer Erholung.“ Wer diesen Schutz preisgebe, räume dem Wunsch nach Profit und Unterhaltung Vorrang ein. „Dem werden sich die Kirchen auf jeden Fall widersetzen und für den Feiertag als Kulturgut eintreten.“ · epd

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