Hausärztemangel droht / Verbundweiterbildung soll vorbeugen

„Kampf um kluge Köpfe“

Bremen - Von Jörg EsserDer Hausärztemangel erreicht die Städte. In Bremen gibt es erste Problemzonen. In „sozialschwachen“ Stadtteilen, also im Westen, in Tenever und Lüssum, werden für zahlreiche Hausarztpraxen keine Nachfolger gefunden. Um dem Trend gegenzusteuern, wird jetzt in Bremen eine Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin gestartet.

Sieben Bremer Krankenhäuser und diverse Arztpraxen ziehen an einem Strang und bieten im Verbund eine vollständige, fünfjährige Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin an. Die bei der Ärztekammer angesiedelte Koordinierungsstelle für Allgemeinmedizin („Kosta“) steuert das Projekt, das Ressort von Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) hat es angeschoben. Sie sagt: „Wir wollen junge Ärzte anlocken.“ Eine gute medizinische Versorgung sei ein wichtiger Standortfaktor.

Dr. Stefan Herget-Rosenthal, Ärztlicher Geschäftsführer des Rot-Kreuz-Krankenhauses (RKK), spricht von einem „Kampf um kluge Köpfe“. Junge Ärzte sollen nach dem Studium und der Ausbildung in Bremen bleiben. „Es geht auch darum, die Qualität in der Hausarztausbildung zu erhöhen, die bislang eher ein Abfallprodukt war“, ergänzt Dr. Jürgen Biesewig-Siebenmorgen, Hausarzt und einer der Initiatoren der Verbundweiterbildung.

Bundesweit fehlen in zehn Jahren 30 000 Hausärzte, sagen Medizinexperten. „Die Lücke muss aufgefüllt werden“, heißt es. Der gemeinsame Auftritt von Praxen und Kliniken sei das „richtige Signal“ zur Stärkung des Allgemeinmediziners. „Hausärzte üben eine entscheidende Lotsenfunktion für die Patienten aus“, sagt Dr. Wolfgang Paul, Leiter der Unternehmensentwicklung in der Klinikholding Gesundheit Nord.

In der Stadt Bremen gibt es derzeit rund 450 Hausärzte, ihr Durchschnittsalter liegt bei knapp 53 Jahren. Der Versorgungsgrad mit Hausarztpraxen wird stadtweit auf 107 Prozent beziffert. In Bremerhaven liegt er bei 90 Prozent.

Zurück zum neuen Projekt, an dem die vier kommunalen Kliniken und drei freigemeinnützige Krankenhäuser – das RKK sowie das Diako und das St.-Joseph-Stift – beteiligt sind. Die Verbundweiterbildung biete zahlreiche Vorteile, sagen die Initiatoren. Junge Ärzte werde „Weiterbildung aus einem Guss“ geboten, ein Weiterbildungspaket, das alle Stationen umfasst. Und das alles bei einem garantieren Tarifgehalt, das die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung tragen. Eine individuelle Betreuung durch erfahrene Hausärzte als Mentoren wird garantiert. Das Fortbildungscurriculum wird von der Akademie für hausärztliche Fortbildung organisiert. Und außerdem gibt es viele Möglichkeiten zur Rotation in andere klinische Fächern.

http://www.verbundweiterbildung-bremen.de

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