Rennverein sucht Sponsoren für zusätzliche Renntage 

Kampf um Galopprennbahn geht weiter

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Das Fünf-Meter-Banner an der Ludwig-Roselius-Allee mahnt den Erhalt der Rennbahn an. Andreas Sponbiel von der Bürgerinitiative „Rennbahngelände“ ist zufrieden. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. Noch drei Renntage (14. April, 11. Mai und 18. Juni), dann ist offiziell Schluss auf der Rennbahn. Doch der Bremer Rennverein will noch einmal in die Vollen gehen, um das zu verhindern. Zudem kämpft eine Bürgerinitiative gegen die Bebauung und schließt ein Volksbegehren nicht aus.

Drei Stunden dauerte eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Bremer Rennvereins zur Zukunft der Galopprennbahn am Montagabend. Anberaumt wurde diese vom Vereinsmitglied Frank Haller, seines Zeichens ehemaliger Wirtschafts-Staatsrat. Das Ergebnis: Es wird weitergekämpft. „Bis zum 15. Mai wird versucht, Sponsorengelder einzuwerben, die den Betrieb der Rennbahn an weiteren als den drei feststehenden Renntagen ermöglichen sollen. Auch wollen wir von der Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung unabhängig werden“, sagt Frank Lenk vom Vorstand des Rennvereins.

Die Wirtschaftsförderung (WFB) hat dem Rennverein eine finanzielle Unterstützung angeboten, um am letzten Renntag, zum 160-jährigen Bestehen der Galopprennbahn, einen würdigen Abschied zu ermöglichen. Man werde im Falle eines Erfolges auch über eine weitere Zwischennutzung verhandeln, so Lenk weiter. „Sollte das Geld am 15. Mai nicht zur Verfügung stehen, gibt es am 18. Juni den letzten Renntag“, sagt Lenk. Dem Verein seien die Sponsorengelder weggebrochen, seit das Wirtschaftsressort „ohne Not“ den Pachtvertrag gekündigt habe. Das Aufbegehren des Rennvereins gefällt der Bürgerinitiative „Rennbahngelände“. Sie will auf dem Gelände in der Vahr keine Bebauung, auch keine Randbebauung, wie es die Beiräte vorgeschlagen haben.

Rainer Bieniek von der Initiative versteht nicht, warum der Pachtvertrag bereits gekündigt wurde. „Man kann den Vertrag jederzeit kündigen. Da hätte es keine Zeitnot gegeben. Außerdem muss erst die Golf-Range teuer aus dem Gebiet herausgekauft werden“, sagt er. Zusammen mit fehlenden Pachteinnahmen würde es teuer für Bremen, zumal die Realisierung des Bauvorhabens wahrscheinlich Jahre dauern werde. Immerhin habe die FDP bereits eine kostenneutrale Zwischennutzung gefordert.

„Unsere Position ist, alle drei Säulen sollen erhalten bleiben: die Rennbahn, die Golf-Range und auch das Atlantic-Hotel an der Bahn. Man kann das Gelände natürlich für Sport, Freizeit und Kultur öffnen. Das ist auch schon mehrfach geschehen“, sagt Andreas Sponbiel von der Bürgerinitiative. „Wir schließen ein Volksbegehren nicht aus. Dann heißt es ,Grün versus Grau‘“. Die Initiative beklagt, dass die Politik über die Köpfe der Menschen und Beiräte hinweg einfach Fakten geschaffen habe. Sie verweist zudem auf Einschätzungen aus Examensarbeiten der Hochschule Bremen, nach denen nicht 1 000, sondern 5 000 bis 8 000 Wohneinheiten für ein rentables Ergebnis gebaut werden müssten.

Die Bürgerinitiative wird am Karfreitag an der Rennbahn sein. Dann findet der erste der – nach jetzigem Stand – drei verbleibenden Renntage statt. „Wir haben einen Stand vor dem Wettbüro und auch einen Raum im Atlantic-Hotel. Jeder darf sich informieren“, sagt Bieniek. Los geht es am Karfreitag um 13.30 Uhr. Acht Rennen mit 76 Startern sind geplant.

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