Lachmuskeln unter Feuer

„Kalender Boys“: Zweite Premiere des neuen Boulevardtheaters Bremen

Mit nacktem Hinterteil auf dem Tisch: der Schauspieler Markus Weise. In dieser Szene ebenfalls dabei (von links gesehen): Kai Hochhäusler, Hermes Schmid, Marc Gelhart, David Gundlach, Andreas Eckel und Stephanie Liebl.
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Mit nacktem Hinterteil auf dem Tisch: der Schauspieler Markus Weise. In dieser Szene ebenfalls dabei (von links gesehen): Kai Hochhäusler, Hermes Schmid, Marc Gelhart, David Gundlach, Andreas Eckel und Stephanie Liebl.

Bremen – Verzweifelte Männer werden stolze Models. Ihr Weg dahin ist lang und einfach sehr, sehr unterhaltsam. Die bereits 2011 am Weyher Theater inszenierte Erfolgskomödie „Kalender Boys“ von Kay Kruppa und Frank Pinkus (1959 bis 2021) ist nun am jüngst eröffneten Boulevardtheater Bremen im Tabakquartier (Woltmershausen) ganz neu herausgekommen. Zur Premiere gab‘s reichlich Applaus in der zweiten Spielstätte des Weyher Theaters.

Die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr ist abgebrannt. Peinlich! Die Stimmung unter den sechs Männern von der Freiwilligen Feuerwehr ist entsprechend gedrückt. Nur Uwe (David Gundlach), der gerade aus dem Urlaub von Juist kommt, singt munter „Ring of Fire“. Er findet sogar, es riecht so, als hätten seine Jungs einen richtig guten Brand gehabt. . . doch auch ihn ereilt bald die furchtbare Wahrheit.

Wie den Schaden bezahlen? Silvio (Marc Gelhart) hat eine Idee, die Inspiration dazu hatte ein Kalender mit englischen Feuerwehrleuten ausgelöst. Ein Nacktkalender soll produziert werden, künstlerisch, schwarz-weiß und die Weichteile abgedeckt. Schon eine Herausforderung für die Männer doch unterschiedlichen Alters. . .

Rudi lässt die Hosen runter

Silvio präsentiert zudem auch noch eine Fotografin: Svenja, von Stephanie Liebl frech, jung, unkompliziert in Szene gesetzt. Das wirkt alles andere als beruhigend. Es knistert zwischen Svenja und Achim (Kai Hochhäusler), Sohn des Brandmeisters Peter (Hermes Schmid). Peter und Siegfried (Andreas Eckel) sind beide bereits etwas älter. Peter will sich mit seiner Handykamera ein wenig an die große Herausforderung herantasten – und überredet Siegfried dazu, den Oberkörper freizumachen. Auf die Aufforderung, sich doch ein bisschen zu streicheln, gehen Siegfrieds Hände ganz kurz gen Brust – aber dann lässt er, verärgert wirkend, ab.

Das ist schon witzig und gut gespielt. Es gibt Lacher im Publikum und Szenenapplaus. Siegfried kämpft weiter vor der Handy-Linse, spannt den Bauch an. Bezüglich seines „Ranzens“ vorne macht das allerdings nicht viel aus. Und das Lächeln ist durchaus von Anstrengung geprägt, aber Peter macht dennoch ein Foto.

Achim und Rudi (Markus Weise) sind betrunken und genehmigen sich noch einen. Rudi lässt die Hosen runter. Die Frauen würden seine Beine mögen, sagt er. Achim soll ganz genau hingucken. Und er geht wirklich nahe ran. Sein Befund: Die Beine sind „storchig“. Rudi sagt, der linke Oberschenkel sei dicker. Sehen kann man das allerdings nicht. Aber Rudi erklärt, das kommt aus seiner Zeit als Mannschaftskegler – vom Ausfallschritt. Den zeigt er dann auch voller Überzeugung und geht herunter bis auf den Boden. Der Schauspieler Markus Weise zeigt mit Rudi einen netten, wenn auch zuweilen noch sehr kindlichen Kerl, der allerdings vieles nicht ganz versteht – Ironie zum Beispiel gar nicht. Einfach putzig.

Eine muntere Trunkenheitsszene, die noch etwas weitergeht. Achim will schon wissen, ob er wirklich „knackig“ ist. Rudi soll es mit eigenen Händen prüfen. Und so findet Svenja – das musste ja so kommen – beide in einer höchst missverständlichen Situation vor. Das war’s mit dem Knistern. Dafür trifft Achim auf unbeugsames Verständnis, gegen das er sich einfach nicht mehr wehren kann.

Ein spannendes Thema des Abends ist auch: Mit welchen Utensilien wird des Mannes bestes Stück verdeckt? Da finden die „Kalender Boys“ auf der Bühne rechts viele originelle Lösungen. Etwa 200 Zuschauer sind bei der Premiere im Bremer Tabakquartier dabei. Ständig gibt es Szenenapplaus – und viel Heiterkeit: Lachmuskeln unter Feuer. Am Ende des unterhaltsamen Abends sind die Zuschauer begeistert und loben die Leistung der Schauspieler.

Die nächsten Termine

„Kalender Boys“ ist bis zum 21. November im Boulevardtheater Bremen (Am Tabakquartier 8, Woltmershausen) zu sehen. Die nächsten Termine: Mittwoch, 13. Oktober, 15 Uhr; Donnerstag, 14. Oktober, bis Sonnabend, 16. Oktober, jeweils 20 Uhr; Sonntag, 17. Oktober 15 Uhr. Eintrittskarten ab 32 Euro beziehungsweise 30 Euro sind an den Theaterkassen in Bremen und Weyhe sowie online unter dieser Adresse erhältlich. Im Boulevardtheater Bremen gilt die 3G-Regelung.

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