Bremer Initiative gegen Bewerbermangel

Justizvollzug: Mehr Geld für Anwärter

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Ausgelernt: die neuen Kräfte für den Justizvollzugsdienst.

Bremen -  Es gibt mehr Geld für Auszubildende im Justizvollzug. Das hat am Dienstag das Justizressort mitgeteilt. Erhöht wird der Anwärtersonderzuschlag. Und die Steigerung kann sich sehen lassen: Im Jahr macht er pro Azubi 2 750 Euro aus. Künftig bekommen die Anwärter damit im Monat während ihrer zweijährlichen Ausbildung gut 2 000 Euro.

Hinzu kommen Familienaufschläge, die bei 128 Euro (ohne Kind, 358 Euro bei zwei Kindern) beginnen. Sind die Azubis fertig, gibt's 2 400 Euro plus Familienzuschlag.

Mit dem Sonderzuschlag will Bremen dem Mangel an geeigneten Bewerbern entgegenwirken, sagte Justizsenator Martin Günthner (SPD). Konkret wird der Anwärtersonderzuschlag von 50 auf 70 Prozent erhöht. Die qualifizierten Mitarbeiter in allen Bereichen der Justiz seien das Fundament des Rechtsstaates, so Günthner. Eine ganz zentrale Rolle komme dabei den Mitarbeitern des Justizvollzuges zu. Der Senator: „Sie schützen die Allgemeinheit und wirken aktiv daran mit, die Gefangenen auf ein Leben ohne Straftaten und in sozialer Verantwortung vorzubereiten.“ Dabei sehe sich der Justizvollzug mit steigenden Gefangenenzahlen, einer zunehmenden Zahl psychisch auffälliger Gefangener und der Gruppe der extremistischen Gefangenen neuen Herausforderungen gegenüber. Für ihren Einsatz gebühre den Mitarbeitern im Justizvollzug daher besonderer Dank und Anerkennung, so Günthner.

Anwärtersonderzuschläge werden gezahlt, damit sich genügend Menschen für den Justizvollzug bewerben, denn die Zahlen sinken, wie Günthner sagte. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Bewerber, die die Formalqualifikation für den allgemeinen Vollzugsdienst erfüllten, von 245 in 2015 auf 192 in 2018 gesunken. Für eine leistungsfähige Justiz seien Fachkräfte von zentraler Bedeutung, so der Senator. Günthner: „Ohne eine gute personelle und sachliche Ausstattung wird es uns angesichts der geringer werdenden Zahl von Schulabgängern und in Zeiten eines starken Arbeitsmarktes nicht gelingen, junge Menschen mit ihrem Talent, Engagement und Fähigkeiten für den Justizvollzug zu begeistern.“

Das Justizressort plant, die Zahl der Bediensteten des Vollzugsdienstes von derzeit 230 auf 260 zu erhöhen. Die nächsten Ausbildungsstellen werden in Kürze ausgeschrieben, Ausbildungsbeginn ist im Herbst 2019.

Apropos Nachwuchs: Gerade erst hat ein neuer Jahrgang ausgelernt. Die 15 Absolventen sind Anfang 20 bis gut 40 Jahre alt und haben anderweitige Berufserfahrungen. Sie wurden ins Beamtenverhältnis übernommen. gn

www.jva.bremen.de/karriere-1469

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