Junge Flüchtlinge verlassen Borgfelder Sporthalle / Stahmann dankt Ehrenamtlichen

„Wie eine liebevolle Mutter“

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Ein Container steht noch da, die jungen Männer aber sind ausgezogen. Nun kann in der Halle an der Daniel-Jacobs-Allee wieder Sport getrieben werden.

Bremen - Nach vier Monaten können Schul- und Vereinssportler in die Turnhalle der Grundschule Am Borgfelder Saatland (Daniel-Jacobs-Allee) zurückkehren – die übergangsweise dort untergebrachten jungen Flüchtlinge sind ausgezogen.

In Borgfeld sorgte das auch für Kritik. Durch den überraschend schnellen Umzug der jungen Männer – unter anderem nach Horn und in andere Borgfelder Unterkünfte – würde die Integrationsarbeit, für die sich viele Borgfelder engagiert haben, gefährdet. Sinnvoller wäre ein langfristigerer Übergang gewesen, so die Kritiker.

Angesichts der historisch hohen Zugänge an Flüchtlingen und Asylbewerbern im Herbst vergangenen Jahres war die Halle im November als Unterkunft für Jugendliche hergerichtet worden (wir berichteten). Die jungen Männer, die ohne Sorgeberechtigte nach Deutschland eingereist sind, haben inzwischen kleinere Übergangswohneinrichtungen der Jugendhilfe im gesamten Stadtgebiet bezogen, einige konnten im Stadtteil bleiben.

„Schule, Kita und die beiden Vereine SC Borgfeld und TSV Borgfeld haben in dieser Zeit mit Einschränkungen leben müssen“, sagte Sozial- und Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne). „Ich bin wirklich dankbar für die Solidarität, die sie mit den Jugendlichen und letztlich auch mit meinem Ressort gezeigt haben.“

Besonders gefreut habe die Senatorin das positive Zusammenleben mit den Jugendlichen im Stadtteil: „Gerade gegenüber unbegleiteten Minderjährigen haben sich viele Vorurteile herausgebildet, die nur schwer auszuräumen sind, wenn man sich im Alltag nie begegnet“, sagte die Senatorin. „Umso mehr hat es mich gefreut, dass die Borgfelder offen auf die Jugendlichen zugegangen sind. So hatten beide Seiten Gelegenheit, sich unvoreingenommen kennen- und achten zu lernen.“ Am Ende hätten sich Ehrenamtliche und der Beirat dafür stark gemacht, dass möglichst viele Jugendliche aus der Sporthalle dauerhaft im Stadtteil bleiben könnten.

Bis zu 90 Jugendliche haben für 123 Tage lang in der Sporthalle Am Saatland gelebt. Sie stammten aus Afghanistan, Syrien, Irak, Senegal, Gambia, Guinea, Somalia, Sudan, Eritrea, Algerien, Marokko und Albanien. Einer der Jugendlichen hat in einem Schreiben eingeräumt: „Wir haben anfangs auch Probleme bereitet, aber die Borgfelder haben uns vergeben wie eine liebevolle Mutter.“

Von ursprünglich bis zu 20 genutzten Sporthallen in Bremen werden nun noch zwölf für die Unterbringung von Flüchtlingen oder unbegleiteten Minderjährigen genutzt. Als nächstes steht die Curiestraße (Horn) zur Freigabe für den Sport an, die Jugendlichen sind bereits ausgezogen. „Wir bereiten die Freigabe weiterer Hallen vor“, sagte Senatorin Stahmann, „aber wir können im Moment noch keine festen Zeitpunkte nennen.“ Anfang Februar war die Sporthalle In den Sandwehen in Blumenthal wieder für den Sport freigegeben worden.

kuz

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