Erste Studie seit zwölf Jahren

Jugendliche im Land Bremen nehmen weniger Drogen

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Susanne Poppe-Oehlmann bei der Präsentation.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Jugendliche im Land Bremen konsumieren weniger Drogen als vor zwölf Jahren. Das ist das Kernergebnis einer Schüler- und Lehrerbefragung, die Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt und Bildungssenatorin Claudia Bogedan (beide SPD) am Donnerstag vorstellten. Zuletzt hatte es eine vergleichbare Studie 2005 gegeben. Fortan soll es solche Erhebungen wieder häufiger und regelmäßiger geben, kündigte Quante-Brandt an.

An der anonymen Befragung hatten 1. 035 Bremer und 241 Bremerhavener Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren teilgenommen. Zudem machten gut 130 Lehrer bei der Ende 2017 fertiggestellten neuen Studie mit.

Im Vergleich zu 2005 ergab die Befragung einen starken Rückgang beim Konsum von Tabak, Alkohol und Cannabis. Rückläufig waren „Probierbereitschaft“ und Intensität des Konsums, hieß es. „Die Suchtprävention wirkt“, so Senatorin Bogedan.

Eher Cannabis und Marihuana

Immer weniger Jugendliche beginnen mit dem Rauchen: Gaben 2005 noch 70 Prozent an, schon mal Zigaretten geraucht zu haben, so waren es 2016/17 nur noch 38 Prozent, die auf einschlägige Konsumerfahrungen zurückblicken. Und auch der Anteil der jugendlichen Raucher hat sich von 42 Prozent auf 19 Prozent mehr als halbiert. Das ist wichtig, sagt Susanne Poppe-Oehlmann vom Landesinstitut für Schule. Denn: „Wer raucht, greift auch eher zu Cannabis und Marihuana.“ Eine Anti-Raucher-Kampagne sei also zugleich eine Anti-Cannabis-Kampagne.

Bei Cannabis gaben etwa elf Prozent der Jugendlichen an, die Droge in den vergangenen 30 Tagen konsumiert zu haben. Zwölf Jahre zuvor waren es noch 16 Prozent gewesen. Beliebt sind allerdings E-Shishas und E-Zigaretten – ein Viertel der Befragten bekannte sich dazu.

Zugenommen hat die Einnahme von Schmerzmitteln. Im Zeitraum von 2005 bis 2016/17 gab es laut Studie einen Anstieg von 32 Prozent auf 52 Prozent. Die Ursachen sollen nun genauer erforscht werden, hieß es dazu.

Sechs Prozent der 14- bis 17-jährigen Bremer Jugendlichen gelten als „mindestens suchtgefährdete“ PC-Spiele-Nutzer. Zwölf Prozent der Bremer Befragten werden als internetabhängig eingestuft.

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