Unfall bei Presse-Termin in Bremerhaven

Polizist schießt Reporter bei Waffenschau ins Bein

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Ein Polizist schoss bei einer Pressevorführung in Bremerhaven versehentlich einen Journalisten an. (Archivbild)

Bremerhaven - Von Martin Sommer. Für seine Serie „Unsere Polizei“ wollte sich ein 44-jähriger Reporter die neue Dienstwaffe der Bremerhavener Polizei zeigen lassen. Bei der Präsentation im Polizeihaus wurde ihm die Feuerkraft der Beamten dann äußerst schmerzlich klar – der Zeitungsmann erlitt einen Beinschuss.

Bei der Demonstration hatte ein 45-jähriger Polizeiausbilder die neue Dienstpistole, eine Walther P99, mit der bisherigen Pistole der Bremerhavener Polizei, einer SIG Sauer P6, verglichen. Dabei löste sich schließlich aus der alten Waffe der Schuss – „unbeabsichtigt“, wie ein Polizeisprecher berichtete. Das Projektil ging dem Reporter glatt durch den Oberschenkel. „So etwas darf nicht passieren“, sagte ein sichtlich betroffener Polizeichef Harry Götze.

Der Journalist kam in ein Krankenhaus. Eine Lebensgefahr bestand nach Polizeiangaben nicht. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut, teilte sein Arbeitgeber, die Nordsee-Zeitung, auf Facebook mit.

Der Chefredakteur der Nordsee-Zeitung, Christian Klose, sagt dazu: "Zuerst konnten wir es gar nicht glauben, doch es war leider kein Scherz, als uns unser Kollege aus dem Rettungswagen per SMS über den Vorfall selbst informiert hatte. Dass unser Reporter noch selbst in der Lage war, uns zu informieren, zeigt aber zum Glück, dass zu keiner Zeit Lebensgefahr bei ihm bestand. Der Kollege hatte sicher großes Glück im Unglück. Er wird bis zum Abend im Krankenhaus noch einmal von den Ärzten behandelt und eventuell noch operiert. Wir sind aber sehr zuversichtlich, dass wir ihn bald wieder bei uns am Arbeitsplatz haben werden."

Die Bremerhavener Polizei bestätigte auf Nachfrage, dass der Reporter die Waffe nicht in der Hand gehalten und sich folgerichtig nicht selbst ins Bein geschossen hat. Die vor rund 30 Jahren entwickelte SIG Sauer P6 besitzt keinen außen liegenden Sicherungshebel. Das bedeutet, dass die Pistole P6 durchgeladen und stets schussbereit ist.

Zu Unfällen mit polizeilichen Dienstwaffen ist es in der Vergangenheit immer wieder gekommen. Ein vergleichbarer Fall ereignete sich vor etwa zweieinhalb Jahren auf dem Ueckermünder Polizeirevier: Damals hatte eine Polizeibeamtin einem 14-jährigen Schüler-Praktikanten zeigen wollen, wie eine Pistole sicher zu handhaben ist, als sich plötzlich ein Schuss löste. Dieser traf glücklicherweise nicht den 14-Jährigen, sondern nur die Wand.

Tödlich endete vor sechs Jahren ein Fall in Hannover: Beim Reinigen seiner Pistole vom Typ P 2000 erschoss sich ein 56-jähriger Polizeibeamter. Nur drei Tage zuvor hatte sich ein 57-jähriger Beamter in Wunstorf mit einem Schuss in den Oberkörper verletzt.

Einem Reporter der NORDSEE-ZEITUNG ist bei einem Recherchetermin im Dienstgebäude der Bremerhavener Polizei in den...

Posted by Nordsee-Zeitung on Dienstag, 23. Februar 2016

Polizeichef Harry Götze äußerte sich bereits auf einer Pressekonferenz zum tragischen Unfall.

Polizei-PK mit Polizei-Chef Harry Götze zum tragischen Unglücksfall beim Pressetermin mit einem Reporter der Nordsee-Zeitung. (ber)

Posted by Nordsee-Zeitung on Dienstag, 23. Februar 2016

dpa/ch

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