Joris überzeugt im Aladin von der ersten bis zur letzten Note

Meisterhaft und charismatisch

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Rappelvoll der Saal, kreischende Mädels und die Luft zum Schneiden – in der ausverkauften Aladin Music Hall gastierte am Mittwoch Sänger Joris samt Band.

Bremen - Von Ulf Kaack. Rappelvoll der Saal, kreischende Mädels und die Luft zum Schneiden – im ausverkauften Aladin gastierte am Mittwochabend Sänger Joris samt Band. Ein Konzert, das zum Ereignis wurde.

Der angesagte Deutsch-Pop-Shootingstar überzeugte von der ersten bis zur letzten Note. Vor gut einem Jahr veröffentlichte der 26-jährige Sänger, Komponist und Multiinstrumentalist mit „Herz über Kopf“ seine erste Single. Seitdem ist die Welt von Joris nicht mehr die vorherige: Der Song schoss an die Spitze der Charts, steht kurz vor der Platinauszeichnung. Sein Debütalbum „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ erlangte schnell Goldstatus, und die folgende Tournee war nahezu ausverkauft.

Beim Verlöschen des Lichts setzt im Aladin ein entzücktes Kreischen aus Hunderten von weiblichen Kehlen ein. Die Damenwelt ist eindeutig in der Überzahl vertreten. Die Bühne in tiefem Königsblau illuminiert, sparsame Piano-Akkorde. Dann tritt Joris vor sein Publikum, das augenblicklich zu explodieren scheint. Erinnerungen an die Blütezeit von Robbie Williams werden wach. Ein Konzert wie ein Saunagang: heiß und kalt, Puls rauf und runter. Energiegeladene Titel wechseln sich ab mit gefühlvollen Balladen.

Nahezu sämtliche Songs aus seinem aktuellen Album bringt Joris zu Gehör – „Schnee“, „Sommerregen“, „Bis ans Ende der Welt“. Auch einige unveröffentlichte Songs werden gespielt und machen neugierig auf das kommende Album. Das gesamte Repertoire ist deutlich rockiger arrangiert als die Studioeinspielungen. Die Songs sind detailversessen auf Länge gebracht. Fernab jeglichen Radioformats bieten sie Freiraum für Soli und kreative Improvisationen.

Gefühlte zehn Minuten dauert es, bis das balladeske „Stadt in den Wolken“ zum Finale richtig Fahrt aufnimmt. Das Schlagzeug hämmert mit galoppierendem Rhythmus. Elektrisierend, Gänsehaut vor lauter Euphorie. Meisterhaft gelingt es Joris, die Stimmung des Publikums einzufangen und zu steuern. Ein charismatischer Entertainer von jugendlichem Esprit. Zwischen den Songs sucht er den Dialog: „Scheiß drauf, ob Ihr Schwarz, Rot, Gelb, Grün oder Blau seid. Nehmt Euren Nachbarn in den Arm, tanzt ab, tut, worauf Ihr Bock habt.“ Und sie machen es nahezu ausnahmslos.

Seinen großen Hit spart sich Joris bis zum Schluss auf. Trotz diverser fordernder Zurufe der Fans. In der Zugabe zündet er „Herz über Kopf“ wie ein dynamisch-tonales Feuerwerk. Wenn Talent, Energie, Passion und Leidenschaft zusammenkommen, entsteht etwas Besonderes. Nein, der junge Mann – geboren wurde er in Stuhr, er verbrachte hier die erste anderthalb Jahre seines Lebens – erweckt nicht den Anschein, eine Eintagsfliege, ein One-Hit-Wonder in der schnelllebigen Branche der Popmusik zu sein. Auf der Bühne agiert er souverän, seine Kompositionen sind ausgereift und die Texte voll von Leichtigkeit und Tiefgang. Man wird noch hören von Joris.

Joris begeistert in Bremen

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