K.o.-Tropfen-Prozess: Verteidiger fordern Freispruch / Urteil am Dienstag

Ein Joint und ein letztes Bier

Im K.o.-Tropfen-Prozess soll am Dienstag das Urteil gesprochen w erden. ·
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Im K.o.-Tropfen-Prozess soll am Dienstag das Urteil gesprochen w erden. ·

Bremen - Von Nina SeegersNach einer über zweimonatigen Verhandlung am Landgericht Bremen haben im sogenannten K.o.-Tropfen-Prozess die Anwälte ihre Schlussvorträge gehalten. Die Verteidiger forderten Freispruch für ihre Mandanten. Zuvor hatten, wie berichtet, die Staatsanwältin für die 33 und 40 Jahre alten Angeklagten eine achtjährige und die Vertreterin der Nebenklage eine neunjährige Gefängnisstrafe beantragt.

Auch wenn beide Angeklagten vor Gericht jegliche Schuld von gewiesen haben, ist sich Staatsanwältin Claudia Kück der Auffassung, dass sich die Anklagevorwürfe gegen die beiden mutmaßlichen Täter im Laufe der Verhandlung bestätigt haben. Kück sieht es als erwiesen an, dass die Männer einen 20-Jährigen im vergangenen Oktober am Ende einer gemeinsamen Partynacht in die Wohnung des 40-Jährigen gelockt, mit K.o.-Tropfen betäubt und sexuell missbraucht haben. Zum einen sei die Droge unmittelbar nach der Tat im Blut des Opfers nachgewiesen worden, zum anderen seien DNA-Spuren in Form von Speichel und Sperma an der Unterhose sowie im Genitalbereich des 20-Jährigen festgestellt worden.

Auch die Rechtsanwältin Barbara Kopp, die das Opfer, den Nebenkläger, vor Gericht vertritt, sieht die Schuld beider Männer als erwiesen an.

Die Verteidiger sehen die Sache gänzlich anders und beharrten gestern auf der Unschuld ihrer Mandanten. Man könne ihnen weder nachweisen, dass sie diejenigen waren, die dem 20-Jährigen K.o.-Tropfen verabreicht haben, noch dass sie ihn sexuell missbraucht hätten. Die Rechtsanwälte schilderten den Sachverhalt wie folgt: Zufällig hätten ihre Mandanten in jener Nacht vom 13. auf den 14. Oktober den 20-Jährigen und dessen Kumpel getroffen. Gemeinsam seien sie nach einer Partynacht in der Wohnung des 40-Jährigen gelandet, um dort ein letztes Bier zu trinken und einen Joint zu rauchen. Der Kumpel des Nebenklägers sei bald gegangen, der 20-Jährige sei noch geblieben und betrunken auf dem Sofa im Wohnzimmer eingeschlafen. Auch ihre Mandanten seien daraufhin ins Bett gegangen.

Kurze Zeit später hätten sie den junge Mann bewusstlos, mit halb heruntergelassener Hose und Ritzverletzungen auf den Oberschenkeln im Wohnzimmer vorgefunden und den Notarzt alarmiert. Die DNA-Spuren ihrer Mandanten im Genitalbereich und an der Unterwäsche des Nebenklägers erklärten die Verteidiger damit, dass die Beschuldigten, als sie den jungen Mann bewusstlos vorfanden, auf Verletzungen untersucht hätten. Da die Angeklagten kurz vorher Sex miteinander gehabt und sich danach nicht die Hände gewaschen hätten, habe man später ihre Speichel- und Spermaspuren am Opfer feststellen können.

Das Urteil soll am Dienstag, 18. Juni, um 10.30 Uhr im Landgericht Bremen verkündet werden.

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