Bremen: 40-Jähriger soll versucht haben, seine Ex-Freundin zu ersticken

„Jetzt ist Schluss!“

Schwieg zum Prozessauftakt: Der 40-jährige Angeklagte, hier mit seinem Anwalt, Thomas Domanski.
+
Schwieg zum Prozessauftakt: Der 40-jährige Angeklagte, hier mit seinem Anwalt, Thomas Domanski.

Bremen – „Jetzt ist Schluss“ – mit diesen Worten soll ein 40-Jähriger versucht haben, seine Ex-Freundin zu ersticken. Seit Freitag muss sich der Mann wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Bremer Landgericht verantworten. Laut Anklage hatte der mutmaßliche Täter im März der schlafenden Frau zunächst ein Kissen aufs Gesicht gedrückt. Als sie sich wehrte, setzte er seinen Plan mit bloßen Händen fort.

Staatsanwalt Oliver Constien sprach von einem heimtückischen Vorgehen, das mutmaßliche Opfer, eine 29-jährige Frau, sei arg- und wehrlos gewesen, als der Angeklagte am 19. März gegen zwei Uhr ihr ein Kissen aufs Gesicht drückte. Für den 40-Jährigen sei die Frau „klar erkennbar“ schlafend gewesen, dies habe der Mann ausgenutzt und sich auf sie gesetzt. Als der erste mutmaßliche Mordversuch mit Hilfe des Kissens scheiterte und beide vom Bett gefallen seien, soll der Mann sinngemäß gesagt haben: „Jetzt ist Schluss!“

Schleudertrauma und Würgemale

Er setzte sich erneut auf die Frau. Nun benutzte der Angeklagte laut Staatsanwalt seine Hände und drückte der Frau den Hals zu. Erst als die 29-Jährige sich durch Tritte, Schläge und laute Schreie aus dem Würgegriff lösen konnte, ist ihr die Flucht aus ihrer Wohnung an der Uhlandstraße in Bremerhaven gelungen. Nackt schleppte sie sich zur nächstgelegenen Polizeidienststelle. Mediziner stellten, so Staatsanwalt Constien, im Nachhinein Hämatome, ein Schleudertrauma sowie Würgemale am Hals der Frau fest. Der arbeitslose Angeklagte äußerte sich zu Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen, womöglich werde er aber zu einem späteren Zeitpunkt eine Erklärung abgeben, hieß es. So ist bislang völlig unklar, warum der Mann womöglich versucht hatte, seine ehemalige Lebensgefährtin umzubringen und was dervorgeworfenen Tat vorausgegangen sein könnte. Laut Rechtsanwältin Birgit Ansorge, die die Frau als Nebenklägerin vertritt, befindet sich ihre Mandantin bis heute in psychologischer Behandlung. „Für sie ist alles noch sehr frisch – und jetzt kommt alles wieder hoch“, sagte sie.

13 Termine bis Ende Dezember

Bis Ende Dezember hat das Landgericht 13 weitere Verhandlungstermine angesetzt. Bei einer Verurteilung wegen versuchten Mordes droht dem Mann eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Prozess wird am Dienstag, 29. Oktober, fortgesetzt.

Von Steffen Koller

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Fotostrecke: Werder holt drei Punkte auf Schalke

Fotostrecke: Werder holt drei Punkte auf Schalke

Schalke erneut desolat - Augsburg nach Sieg gegen BVB Erster

Schalke erneut desolat - Augsburg nach Sieg gegen BVB Erster

Bayern danken ihrem "Mr. Supercup" - Neuer: Schön vor Fans

Bayern danken ihrem "Mr. Supercup" - Neuer: Schön vor Fans

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Bayern gewinnt den UEFA-Supercup: Martínez sticht als Joker

Meistgelesene Artikel

Stillstand im Bremer Nahverkehr: Bus und Bahnen werden am Dienstag bestreikt

Stillstand im Bremer Nahverkehr: Bus und Bahnen werden am Dienstag bestreikt

Stillstand im Bremer Nahverkehr: Bus und Bahnen werden am Dienstag bestreikt
Möbel unter dem Hammer

Möbel unter dem Hammer

Möbel unter dem Hammer
Erstes MRT in einem Bundesliga-Stadion: Tonnenschweres Spezialgerät wird ins Weserstadion gehievt

Erstes MRT in einem Bundesliga-Stadion: Tonnenschweres Spezialgerät wird ins Weserstadion gehievt

Erstes MRT in einem Bundesliga-Stadion: Tonnenschweres Spezialgerät wird ins Weserstadion gehievt
Die mobile Werkstatt

Die mobile Werkstatt

Die mobile Werkstatt

Kommentare