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Jeder fünfte Jugendliche armutsgefährdet – Bremen bundesweit Schlusslicht

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Von: Yannick Hanke

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Laut dem Bundessozialministerium ist jeder fünfte Jugendliche von Armut betroffen. Bremen ist hiervon besonders stark betroffen. Linke will Abhilfe schaffen.

Bremen – Schockierende Zahlen, die das Bundessozialministerium auf Anfrage der Linken preisgibt: bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist offiziell jede und jeder Fünfte von Armut bedroht. Konkret würden 20,2 Prozent der unter 18-Jährigen in armutsgefährdeten Haushalten leben. Darüber berichtet die dpa – und weist Bremen als unrühmlichen Spitzenreiter aus.

Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland von Armut bedroht – Linke fordert Anhebung des Kindergeldes um mehr als 100 Euro

Die Bundesregierung plant, voraussichtlich am Mittwoch, 16. März 2022, einen Sofortzuschlag für Betroffene* auf den Weg zu bringen. Das reicht den Linken aber längst nicht. Schließlich würde Familien besonders unter den aktuellen sehr hohen Preisen für Lebensmittel und Energie, auf die auch der Ukraine-Krieg* Einfluss nimmt, leiden. Darauf verweist Fraktionschef Dietmar Bartsch.

Ein kleiner Junge sitzt an einem roten Tisch und zählt sein gespartes Taschengeld
Jeder und jede fünfte Jugendliche sieht sich mit Armut konfrontiert. Bremen ist in dieser Hinsicht trauriger Spitzenreiter. (Symbolbild) © Jens Kalaene/dpa

Der Linken-Politiker fordert deswegen die sofortige Anhebung des Kindergeldes für alle Kinder von 219 auf 328 Euro. Zudem bräuchte es für die Ärmsten eine Kindergrundsicherung bis 630 Euro.

Bremen liegt vorne: Anteil armutsgefähdeter Kinder und Jugendlicher im Stadtstaat liegt bei 42 Prozent

Wird auf das bundesweit mittlere Einkommen geblickt, leben anteilsmäßig die meisten armutsgefährdeten Kinder und Jugendlichen im Stadtstaat Bremen. Der Wert beläuft sich hier auf 42 Prozent. Auf den Plätzen folgen Sachsen-Anhalt (26,2 Prozent) und Berlin (26,1 Prozent). Deutlich geringere Quoten weisen hingegen Baden-Württemberg (15,8 Prozent) und Bayern (12,2 Prozent) aus.

Wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen muss, gilt dabei als Maßstab für Armutsgefährdung. Der entscheidende Faktor ist hierbei das Einkommen der Eltern. Schließlich basiert die Berechnung auf dem gesamten Haushaltseinkommen. Die Daten, auf die zurückgegriffen wird, stellen die jüngsten statistischen Werte aus dem Jahr 2020 dar.

Gegen Armut: Kinder und Jugendliche sollen ab 1. Juli 2022 20 Euro mehr pro Monat erhalten

Erst am Freitag, 11. März 2022, hatte die Regierung verlauten lassen, voraussichtlich am 16. März einen entsprechenden Sofortzuschlag auf den Weg zu bringen. Schon ab 1. Juli sollen etwa 2,7 Millionen Kinder und Jugendliche 20 Euro mehr im Monat erhalten.

Darüber hinaus hatte die Bundesregierung angekündigt, armutsgefährdeten Familien auch grundsätzlich besser helfen zu wollen. Die Linke hatte bereits angefragt, wann denn die angekündigte Kindergrundsicherung kommen würde. Wie die dpa berichtet, hätte das Sozialressort geantwortet, zur Entwicklung des Vorhabens werde die im Koalitionsvertrag vereinbarte ressortübergreifende Arbeitsgruppe in Kürze starten.

Ampelkoalition reagiert auf steigende Energiepreise: Abschaffung der EEG-Umlage, Anhebung der Pendlerpauschale

„Dass die Bundesregierung erst einmal einen Arbeitskreis gründen will, ist eine bittere Nachricht“, reagiert Dietmar Bartsch enttäuscht. Aufgrund steigender Energiepreise hatte die Koalition zuletzt unter anderem die Abschaffung der EEG-Umlage beschlossen. Selbiges gilt für eine Anhebung der Pendlerpauschale für Fernpendler sowie einen Zuschlag für Bedürftige.

Zudem hatten die Grünen weitere Entlastungen gefordert, beispielsweise in Form eines Energiegelds. Es würde hierbei um den sozialen Frieden Deutschlands gehen. Und als grundsätzliche Sozialreform will die Ampelkoalition zudem die Grundsicherung in heutiger Form durch ein Bürgergeld ersetzen. Alles, um Armut entgegenzusteuern. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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