Jede Woche kommen 50 bis 60 neue Asylbewerber an / Eisbärmädchen „Lale“ begeistert Massen

Eine große Herausforderung

Am 1. August stürzt wenige Minuten nach dem Start ein Kleinflugzeug ab – Pilot und Begleiter sterben.
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Am 1. August stürzt wenige Minuten nach dem Start ein Kleinflugzeug ab – Pilot und Begleiter sterben.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Jede Woche kommen 50 bis 60 neue Asylbewerber nach Bremen, die meisten aus Syrien, weitere Schwerpunkte sind Eritrea und Serbien. Das Thema Asyl war in diesem Jahr so präsent wie kein anderes. Seit Anfang 2012 kamen 3600 Flüchtlinge nach Bremen, allein in diesem Jahr waren es etwa 2500. Eine „gigantische Aufgabe“, diese Menschen alle unterzubringen und zu versorgen, so drückte sich gerade erst Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) aus. Treffender lässt es sich kaum formulieren.

Drei Übergangswohnheime und die Erstaufnahme reichten nicht mehr aus, um den Strom von Asylbewerbern aufzunehmen. Inzwischen gibt es 14 Gemeinschaftsunterkünfte und die Erstaufnahme mit insgesamt 1800 Plätzen. Noch einmal soviele Plätze hat Bremen seit Januar 2012 in Wohnungen bereitgestellt. Es wurden Container aufgestellt, leerstehende Häuser eingerichtet. Oft gab es Proteste von Anwohnern. Diese halten insbesondere im Zusammenhang mit kriminellen minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen an, die die Bremer Behörden und die Polizei monatelang in Atem hielten.

Mehr als 300 unbegleitete Kinder kamen dieses Jahr nach Bremen. 15 Jungen, die sich in Nordafrika als Straßenkinder durchschlugen, fielen immer wieder durch Diebstähle und Brutalität auf. Schließlich entschloss sich Bremen zu einer 1:1-Betreuung. Vier Jungen genießen dieses Privileg nun auf Staatskosten in Farge, der Rest sitzt in Haft oder ist verschwunden. Die meisten Anwohner betrachten das Experiment weiter mit Skepsis.

Das Jahr wird vergehen, der Zustrom an Asylbewerbern anhalten. Und nur wenige werden wieder ausreisen. Selbst abgelehnte Flüchtlinge müssen in Bremen nichts befürchten. Abgeschoben wird an der Weser fast gar nicht. Die fünf Männer, die in diesem Jahr gehen mussten, waren laut Innenressort ausnahmslos Straftäter und stammten aus der Türkei, Moldau, Montenegro, Polen und Italien. Vielleicht sollte Bremen diese Duldungsstrategie überdenken. Eine konsequente Abschiebung könnte möglicherweise denen, die von Krieg bedroht sind, helfen. Allen, die bleiben, muss klargemacht werden, dass Integration keine Einbahnstraße, die deutsche Sprache ebenso wichtig ist wie das Akzeptieren von Gesetzen und Werten.

Das Thema Asyl bleibt eine große Herausforderung. Integration wird nicht gelingen, solange die Politik Kritiker sofort in die rechte Ecke stellt und Bedenken deutscher Bürger einfach abbügelt, statt sich damit auseinanderzusetzen.

Themenwechsel: Am

1. August erschüttert ein Flugzeugabsturz die Menschen. Der erfahrene Bremer Pilot Matthias Schultz stürzt wenige Minuten nach dem Start mit einem Kleinflugzeug des Typs Saab in Huckelriede ab. Schultz und sein italienischer Fluggast sterben. Dabei schrammt Bremen an einer Katastropge vorbei. Im dichtbesiedelten Huckelriede stürzt der Flieger auf eine Lagerhalle. Weitere Menschen kommen nicht zu Schaden. Die Ursache für das Unglück wird möglicherweise nie aufgeklärt, sagen die Experten. Sie schließen allerdings aus, dass Schultz noch bewusst auf unbewohntes Gebiet lenken konnte. Bis zum Aufprall hatte der Pilot nur zwei Sekunden Zeit.

Keine guten Nachrichten gibt es aus der Lebensmittelbranche, eigentlich ein Schwerpunkt in Bremen. Die Brauerei Beck & Co. baut rund 150 Stellen in Produktion und Logistik ab, Hachez verlagert die Verpackung nach Polen – das kosten in Bremen 33 Jobs. Kellogg‘s hat in Hamburg eine neue Nordeuropa-Zentrale eröffnet, das trifft 100 Mitarbeiter an der Weser. Und Mondelez (Kraft Foods) will 185 Stellen streichen.

Politisch legen sich die Grünen mächtig ins Zeug, um Autofahrer möglichst umfassend zu behindern, während Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) mit Blick aufs Mercedes-Werk sagt: „Bremen ist eine Autostadt.“ Zu schaffen macht der Regierung der Neubau am Klinikum Mitte, der zu einem Untersuchungsausschuss geführt hat. Während auf der privaten Mega-Baustelle der Bremer Landesbank alles im Zeit- und Kostenplan liegt, sind die Kosten für die Klinik von 230 auf 285 Millionen Euro gestiegen – erstmal. Die Fertigstellung verzögert sich mindestens bis Ende 2017. Handwerker schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Bleibt zu hoffen, dass der Bau irgendwann funktionstüchtig ist.

Und zum Abschluss eine nette Geschichte: Eine kleine Eisbärin begeistert die Massen. Nach 41 Jahren war Mitte Dezember 2013 im Zoo in Bremerhaven erstmals wieder ein Eisbär geboren worden. Die kleine „Lale“ beschert dem Zoo einen Rekord mit 370000 Besuchern (2013: 255000). Der Nachwuchs wird noch ein Jahr in der Seestadt bleiben – dann heißt es Abschied nehmen. Eisbärmädchen „Lale“ wird in den Zoo Emmen/Niederlande ziehen.

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