170 Fahrzeuge starten bei „Oldtimer Classics“

Jede Menge Schätzchen

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Ohne Dach, aber mit Aussicht auf viel Wasser: Mel und Timo Gerdes haben sich in ihrem VW Vokaro wetterfest angezogen. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. „Wir werden schwimmen“, sagt Mel Gerdes, die neben ihrem Mann Timo auf dem Beifahrersitz eines Vokaro, basierend auf dem Chassis eine VW Käfers, von 1965 Platz genommen hat. Das US-Fahrzeug hat kein Verdeck. Es regnet rein. Aber das Auto sieht sehr windschnittig aus. Bei 120 km/h Höchstgeschwindigkeit ist da sicher ein eindrucksvolles Fahrerlebnis drin. „Ich mag das Auto, weil es so selten ist“, sagt Timo Gerdes. „Wir werden heute Spaß haben.“

Eine markante Szene bei den 20. „Bremen Oldtimer Classics“, die am Sonnabend bei leichtem Regen und eher ungemütlichem Wetter auf dem Marktplatz startet. Doch in Anbetracht von 170 Schätzchen, die elf Jahrzehnte Automobilgeschichte zum Leben erwecken, ist das Wetter den Teilnehmern und auch den mehreren hundert Zuschauern letztlich egal. Mit sichtlicher Faszination betrachten die Besucher die Fahrzeuge auf der Startrampe, von der aus die Touren zur Strandhalle Bremerhaven beginnen. Zwei Routen sind ausgegeben, da die 106 Kilometer lange Strecke über eine Fährverbindung führt.

Mehrfach und in verschiedenen Varianten geht der Jaguar E-Type an den Start. Peter Menke, Besitzer eines E-Type-Roadsters mit zwölf Zylindern, mag besonders das Fahrerlebnis in seinem Oldtimer. „Es ist das ganze Auto. Es ist das Geräusch des Motors. Es ist die Dynamik des Wagens“, sagt er. Mit diesem ist er zum ersten Mal dabei, aber er war schon mehrfach bei den „Bremen Oldtimer Classics“ am Start. „Ich war hier mit verschiedenen Autos. Es waren aber immer E-Types“, sagt er.

Bremen Oldtimer Classics

Jan-Henning Ahrens hat den E-Type als Coupé von 1966. „Ich liebe seine ikonenhafte Form. Enzo Ferrari sagte 1966, das ist das schönste Auto der Welt“, schwärmt er. Die Version hat sechs Zylinder, 265 PS und erreicht bis zu 240 km/h. „Der fährt gut und ist sehr sportlich“, sagt Ahrens und erklärt danach, warum er Oldtimer mag: „Sie haben einen besonderen Reiz. Darin ist noch echte Technik. Alles ist mechanisch. Es ist wie bei einer mechanischen Uhr. Digitaluhren zeigen auch die Zeit an, aber eine mechanische Uhr ist schöner.“ Beim Zeitfahren will er sich Mühe geben, aber er weiß, dass da andere vielleicht bessere Chancen haben. „Da gibt es Profis, und außerdem spielt da auch der Zufall eine große Rolle“, sagt er.

Professionell geht Rüdiger Hoffmann aus Bremen in seinem Triumph Roadster 250 ans Zeitfahren. Er ist schon zum zwölften Mal dabei und hat, wie er erzählt, auch schon mal gewonnen. Er hat eine Stoppuhr und einen Wegstreckenzähler an Bord. Trainiert habe er nicht, aber er will sich Mühe geben. „Am wichtigsten ist aber der Spaß“, sagt Hoffmann.

Das Lieblingsstück des Autoexperten Wolfgang Rother, der zusammen mit Tanja Sörensen von der „Oldtimer Galerie“ moderiert, ist eindeutig der Aston Martin DB 5. „Für mich als ,James-Bond'-Fan der Liebling. Der Wagen war schon in ,Goldfinger' und ,Feuerball' zu sehen. Für neue Filme, wie ,Skyfall' hat man ihn wieder reaktiviert.“

Kurz vor Schluss startet ein Opel Manta von 1984. Das Fahrzeug kann nicht auf die Rampe. Dafür ist zu tief gelegt. Unter lautem Applaus und mit aufheulendem Motor geht aber auch dieses Gefährt (an der Rampe vorbei) auf die Strecke nach Bremerhaven.

Zurück in Bremen, steht später noch eine Tour auf der Teststrecke von Mercedes an.

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