Milder Winter beschert der Region drastisch gesunkene Heizkosten – auf den ersten Blick jedenfalls

Im Januar 30 Prozent runter

Bremen - Kürzlich die Heizkostenabrechnung erhalten? Oder in froher Erwartung des Papiers? Wer dieser Tage die Post des Energieversorgers öffnet, dürfte tatsächlich eine Überraschung erleben, und diesmal sogar eine positive.

Wo in früheren Jahren deftige Nachzahlungen verlangt wurden, teilweise mit hunderten von Euro, die die ganze Haushaltslage der Familie durcheinander gebracht haben, da steht jetzt ein Plus zu Buche. Mal sind es um die hundert Euro, die zurückerstattet werden, mal auch schon 400 oder 500. Ursache natürlich: Der Winter, der bisher kein Winter war. Doch Energieversorger und Verbraucherschützer der Region warnen vor zu früher Freude. Noch sei der Winter erst halb vorüber, und verursacht sei dieser Rückgang schon gar nicht durch rückläufige Erdgaspreise.

Fest steht immerhin eines: In den Monaten Oktober, November und Dezember wurde im Vergleich zum Vorjahr kräftig an Heizkosten gespart. „Die Außentemperaturen lagen zwischen einem Grad und den deutlichen 8,4 Grad im Dezember unter den Werten von 2010. Da musste weniger geheizt werden, wir haben eine Abweichung um rund 30 Prozent bei Privathaushalten und Kleingewerbe,“ sagt auf Nachfrage swb-Sprecherin Angela Dittmer. Auch in ländlichen Regionen dürften Haushaltsvorstände wenig Grund zum Klagen gehabt haben. „Wir verzeichnen einen Rückgang gegenüber dem langjährigen Durchschnitt um rund fünf Prozent“, sagt Carolin Westermann aus der Vertriebsschiene der Eon-Avacon in Helmstedt.

Für den Januar gehen die Versorger ebenfalls von erheblichen Erdgas-Einsparungen aus. Durchaus interessiert verfolgen sie dafür die Temperaturwerte des Deutschen Wetterdienstes. „Bisher hatten wir einen Durchschnitt von 4,6 Grad, für den gesamten Januar dürfte der Wert bei 3,7 Grad liegen,“ sagt die swb-Sprecherin. Im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von anderthalb Grad und damit in den Familien ein weiterer Grund zur Hoffnung auf Rückzahlungen. „Zum Vorjahres-Januar hätten wir damit noch einmal eine Kostenersparnis von ungefähr 30 Prozent.“ Auch für die swb selbst hat der gesunkene Wärmeverbrauch Konsequenzen. Das Kraftwerk Hastedt, aus dem Fernwärme unter anderem für die Wohnsiedlungen in der Vahr sprudelt, reduzierte seine Wärmeproduktion und erhöhte die Stromerzeugung.

Unklar indes, ob sich der niedrigere Wärmebedarf auch auf die Gaspreise auswirkt. Während in der Branche schon gemunkelt wird, der geringere Erdgas-Absatz verringere die Gewinn-Margen und führe deshalb zu einem Preisanstieg, bleiben die regionalen Anbieter eher gelassen. „Die swb plant aktuell keine Erhöhungen, wir haben den Preis letztmals im Februar 2011 verändert und halten ihn seit anderthalb Heizperioden konstant,“ sagt Sprecherin Dittmer. Ähnlich auch die Aussichten bei der Eon-Avacon. „Die Steuern und Abgaben sind gewachsen, dennoch haben wir den Preis beispielsweise im Jahr 2009 gleich dreimal gesenkt, insgesamt um 30 Prozent, und seither lediglich einmal erhöht, im vergangenen Herbst um 9,5 Prozent“, heißt es aus Helmstedt.

Weniger zuversichtlich reagiert Klaus Notteboom, Energieberater der Verbraucherberatung Bremen. „Die Tendenz ist steigend.“ Daran ändere auch das wachsende Angebot nichts, das beispielsweise mit der Fertigstellung der üppigen Erdgasleitung quer durch die Landkreise nach Rehden bei Diepholz in die Region schwappe. „Der Ölpreis steigt weiter, das wissen auch die Erdgas-Versorger. Beim Erdgaspreis ist deshalb leider noch Luft nach oben.“ Er rechne mit Steigerungen knapp über der Inflationsrate, mit Anpassungen „im Bereich von rund fünf Prozent“, dies allerdings schon kurzfristig.

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