Kleinbahn-Dampflok strahlt in frischer Bemalung

Bremen: „Jan Reiners“ zurück auf dem Sockel

 Die Lok „Jan Reiners“  auf ihren Denkmalsockel in Findorff.
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Wieder zu Hause: Die Lok „Jan Reiners“ ist nach zwei Jahren Restaurierung vor allem in Bruchhausen-Vilsen auf ihren Denkmal-Sockel in Findorff zurückgekehrt.

Die „Lokomotive Nr. 1“ der Kleinbahnlinie „Jan Reiners“ ist nach zwei Jahren Restaurierung zurück in Bremen. Sie ist wieder auf ihren Denkmalsockel gehievt worden.

Bremen – Nach zwei Jahren Restaurierung ist die Dampflok der früheren Kleinbahn „Jan Reiners“ auf ihren Denkmalsockel in Findorff zurückgekehrt. Ein großer Feuerwehrkran hievte das 15 Tonnen schwere Gefährt am Donnerstag auf seinen Stammplatz an der Hemmstraße. Die Kleinbahn hatte zwischen 1900 und 1956 Torf, Fracht und Fahrgäste zwischen Bremen und Tarmstedt transportiert.

„Ich sehe sie zum ersten Mal komplett fertig“, schwärmte Birgit Busch, Vorsitzende des Bürgervereins Findorff. Die kleine Lok strahlt wieder in ihrer ursprünglichen schwarz-grün-roten Bemalung. Fast wäre das Denkmal dem Rost zum Opfer gefallen. Doch der Verein schickte die Lok im Februar 2019 zur Restaurierung nach Bruchhausen-Vilsen, in die Werkhalle des Deutschen Eisenbahnvereins.

Der eigentlich schützende Dämmstoff im Kessel wurde zum größten Feind der Lok, hieß es. Die Kesselverkleidung und auch die Wasser- und Kohlekästen wurden in der zweijährigen Sanierungszeit erneuert. Vom Eisenbahnverein Bruchhausen-Vilsen ging es zum Lackieren nach Bremen-Nord. Ähnlich einem Peeling wurde Stahlgranulat auf das Metall geschossen. Die veranschlagte Summe für die Schönheitsoperation der „eisernen Lady“ von 38 000 Euro sei durch Spenden zusammengekommen, sagte Busch.

Schönheitsoperation mit Stahlgranulat

Gebaut wurde die Lok 1899 in Hannover, und sie durfte 30 Kilometer in der Stunde schnell fahren. Im Bremer Volksmund wird sie „Jan Reiners“ genannt nach dem Ökonomierat Johann Reiners aus Lilienthal. Er trieb Ende des 19. Jahrhunderts den Bau der Schmalspurbahn durch die Moorgebiete nördlich von Bremen voran, um den Transport von Torf vom Moor in die Stadt zu beschleunigen. Im 19. Jahrhundert brachten die behäbigen Torfkähne das beliebte Heizmaterial nach Bremen. Bis zu drei Tage dauerte die Fahrt aus dem Teufelsmoor über Wörpe, Wümme und Torfkanal.

Die knapp 27 Kilometer lange Stammstrecke der Schmalspurbahn von „Bremen Parkbahnhof“ auf der Bürgerweide (hier steht heute die Stadthalle) durch Horn, Borgfeld, Lilienthal und Grasberg nach Tarmstedt ging am 4. Oktober 1900 in Betrieb. Pferdefuhrwerke und Torfkähne verloren dadurch an Bedeutung.

10000 Fahrgäste pro Wochenende

Die Kleinbahn wurde im Laufe der Jahre zur Ausflugslinie. Sie war in der Lage, an einem Wochenende mehr als 10 000 Fahrgäste von der Stadt ins Moor und zurückzutransportieren. „Der Abschied vom Bahnbetrieb fand am 22. Mai 1954 mit großem Pomp, einem Blasorchester und unter großer Anteilnahme der Bremer Bevölkerung statt“, notierten die Chronisten.

Die Fahrzeuge wurden nach der Stilllegung der Strecke bis auf wenige Ausnahmen verschrottet. Die „Lokomotive Nr. 1“, die den Eröffnungszug gezogen hatte, wurde 1966, nach einer Zwischenstation als Druckkessel bei der Firma Gestra, dem Bürgerverein Findorff geschenkt, der sie im Bereich eines ehemaligen Bahnhofs als Denkmal aufstellte. Und dorthin ist sie am Donnerstag zurückgekehrt.

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