James Last und sein Orchester begeistern die Fans / „Wir kommen wieder“

Voller Einsatz

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Heimspiel für James „Hansi“ Last in Bremen: Der 85-Jährige und sein Orchester begeisterten die rund 2 300 Zuschauer in der Halle 7. Und der Musiker versprach: „Wir kommen wieder!“

Bremen - Von Annika Grunert. Glitzersakko und Pferdeschwanz, das sind seine Markenzeichen, so betritt James Last gerne die Bühne. Dieses Mal zwar langsam und zaghaft, aber mit 85 Jahren ist er schließlich auch nicht mehr der Jüngste. Trotzdem schafft er etwas, was kaum jemand gelingt, und zwar stehende Ovationen schon zu Beginn des Konzerts.

James „Hansi“ Last ist eben einer der erfolgreichsten Komponisten und Produzenten auf der ganzen Welt. Er arbeitete mit Größen wie Elvis Presley und den Beat-les zusammen. Heimste zahlreiche Goldene Schallplatten ein und untermalte mit seiner Musik schon viele Filme. Der gebürtige Bremer ist einfach legendär, auch wenn er das Wort Legende nicht gerne hört, anders lässt er sich aber kaum beschreiben. Und das bewies er am Dienstagabend in der Halle 7 mit seinem großartigen Orchester, seinen fünf Sängern und seinem Witz, den er gleich am Anfang zum Besten gab.

Ein lautes Knacken geht durch die Halle, woraufhin Hansi mit leiser, schwacher Stimme sagt: „Was hat da geknackt, so alt bin ich doch noch gar nicht.“ Lacher im Publikum. Aber damit erst einmal genug der Worte und weiter im Takt. Schließlich ist er zum Musikmachen in seiner Heimatstadt. Und so spielt das Orchester auch gleich weiter. Auf „Thanks for the Prayers“ folgt „Theme from Rocky“, und dabei sitzt jeder Ton so perfekt, dass man eigentlich damit rechnet, gleich Rocky Balboa (Sylvester Stallone) mit erhobenen Händen über die Bühne rennen zu sehen. Während „Hansi“ den ganzen Abend nur mit seiner rechten Hand im Takt wippt, zeigt das Publikum vollen Körpereinsatz. Bei „Geschichten aus dem Wiener Wald“ stehen einige Zuschauer von ihren Plätzen auf und tanzen vor der Bühne Walzer.

Aber auch die Musiker sind nicht festgewachsen. Die Streicher beugen sich von links nach rechts und gehen so jeder Bewegung ihres Geigenbogens ausgelassen mit. Nur beim „Präludium“ von Johann Sebastian Bach haben sie dafür keine Zeit, denn jetzt ist höchste Konzentration gefragt. Der Geigenbogen verlässt die Saiten nicht, sondern streicht im rasanten Tempo darüber. Nur kurze Pausen bleiben ihnen, in denen sie mit ihren Bögen in der Luft wippen und von ihren Stühlen aufstehen, um sich samt Abendrobe im Takt zu bewegen. Aber nicht nur sie spielen voller Begeisterung. So gibt auch der Gitarrist Erlend Krauser in seinem Solo „The Voice Within“ alles. Mit leicht gebeugten Knien und gekrümmten Rücken ist er so vertieft in sein Spiel, dass es scheint, als gebe es für ihn nichts anderes auf der Welt. Voller Hingabe zupft und streicht er mit schnellen Fingern über die Seiten seiner weißen E-Gitarre. Jeder Ton sitzt – es ist einer der vielen Gänsehautmomente an diesem Abend.

Lasts großartige Kompositionen, gepaart mit der perfekten Performance des Orchesters und Chors, begeistern die 2 300 Zuschauer, so dass sie immer mehr wollen. Aber alles hat ein Ende – doch dieses Mal ein freudiges: Denn der angeblichen Abschiedstour zum Trotz verkündet James Last zum Schluss „Wir kommen wieder!“

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