Den Bildern der Großeltern eine Heimat gegeben: Ehrung für Gertrud Overbeck

Jahrzehntelange Aufbauarbeit

Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) heftet Gertrud Overbeck einen Orden an – das Bundesverdienstkreuz.

Bremen - Von Thomas KuzajAls Bürgermeister, Kultursenator und Bremen-Norder war Jens Böhrnsen (SPD) gestern Nachmittag praktisch dreifach zuständig, als er im Kaminsaal des Rathauses ein Bundesverdienstkreuz übergab. Die Empfängerin der Ehrung: Gertrud Overbeck, Gründerin des Overbeck-Museums im Alten Packhaus Vegesack. Und Gründerin der Ökologiestation in Bremen-Nord. „Ich kann mich nur bedanken“, so die Geehrte.

Die Ökologiestation gibt es seit nunmehr 30 Jahren, seit 1980 also. Damals, so Böhrnsen, kümmerten sich „noch nicht sehr viele“ um so ein Thema. Gertrud Overbeck schon. Dass das Thema ihr nach wie vor am Herzen liegt, bewies nicht zuletzt ihr Hinweis auf die finanziell gefährdete Umweltbildungseinrichtung – die gleichwohl 300 Veranstaltungen im Jahr anbietet. Für die Öffentlichkeit und für Schulklassen.

Mehr als 10 000 Besucher strömten im vergangenen Jahr ins Overbeck-Museum, dessen Ausstellung zum 100. Todestag des Worpsweder Malers Fritz Overbeck bundesweit beachtet und gewürdigt wurde. Eine Entwicklung, die 1990 nicht absehbar war – und mithin eine Leistung, auf die man stolz sein könne, so Böhrnsen. Wie berichtet, feiert das Museum in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag.

Am 22. April 1990 war die erste Schau mit Werken des Malerpaars Fritz und Hermine Overbeck eröffnet worden. Fritz Overbeck, einer der Gründer der Künstlerkolonie Worpswede, ist seither wieder deutlich mehr in den Fokus gerückt. Das dürfte vor allem der Arbeit des Museums zu verdanken sein. „Gertrud Overbeck hat den Bildern ihrer Großeltern eine Heimat gegeben“, sagte Dr. Friederike Daugelat, die Leiterin des Overbeck-Museums. „Heute ist Fritz Overbeck in aller Munde. Es gibt nun auch wieder eine inhaltliche Auseinandersetzung mit seinem Werk.“

Gertrud Overbeck leitete das Museum 17 Jahre lang, Daugelat folgte ihr 2007. Die Gründerin bleibt dem Haus aber nicht allein durch ihren Familiennamen verbunden. Sie betreut dort das Archiv. Eben erst brachte sie das Werkverzeichnis der Studien von Fritz Overbeck heraus. Weitere Bände sollen folgen – auch zum Werk Hermine Overbeck-Rohtes. Sie hatte sich zeitlebens als Schülerin ihres Mannes verstanden und nie ausgestellt. Heute sind ihre Bilder zu sehen – im Alten Packhaus Vegesack eben, das übrigens nicht weit entfernt vom Wohnhaus des Ehepaars Overbeck liegt. Sie waren 1905 von Worpswede nach Vegesack gezogen.

WWW.

overbeck-museum.de

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