Jahrestreffen der „Circusfreunde“ in Bremen

„Manege frei“ im Hotel zur Post

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Der Tierlehrer Jochen Träger-Krenzola begeistert Zirkusliebhaber mit ungewöhnlichen Dressuren. Er tritt unter anderem mit Füchsen, Papageien und Zwergenten auf. Mit dem Zirkus Charles Knie kommt er vom 5. bis zum 21. Mai auf die Bürgerweide. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Bald kommt der Zirkus Charles Knie nach Bremen – wie berichtet, schlägt das Ensemble um Direktor Sascha Melnjak seine Zelte in der Zeit vom 5. bis zum 21. Mai auf der Bürgerweide auf. Zirkusliebhaber aus Bremen und Umgebung freuen sich bereits. Zu einem Zirkusmekka wird Bremen aber auch schon in den Tagen vor dem Knie-Gastspiel.

Genauer gesagt, wird das Hotel zur Post am Hauptbahnhof zum Zirkusmekka. Von Freitag, 28. April, bis Sonntag, 30. April, kommen dort nämlich etwa 100 Manegen-Fans „aus allen Teilen Deutschlands sowie den Nachbarländern Schweiz und Frankreich“ zusammen, so Rosemarie Thevissen aus Oberneuland, Leiterin der Bremer Sektion des Vereins „Gesellschaft der Circusfreunde“ – mit „C“, wohlgemerkt.

Nach zehn Jahren ist das Jahrestreffen der Gesellschaft wieder einmal in Bremen. Dabei stehen „neben jeder Menge Fachsimpelei unter anderem auch Zirkus- und Varietébesuche auf dem Programm“, so Thevissen weiter. Und: „Für die Sammler gibt es im Tagungshotel in Bremen außerdem eine Tauschbörse, auf der jede Menge Programmhefte, Zirkusbücher, Plakate und sonstige Andenken aus der Zirkuswelt angeboten werden.“

Die Teilnehmer des Treffens besuchen das Varietétheater „Surani“, das aus Bremer Artisten besteht, darunter auch ein Vereinsmitglied. „Außerdem reisen die ,Circusfreunde‘ schon mal dem Zirkus Charles Knie entgegen, der am Wochenende des Treffens in Oldenburg gastiert“, erklärt Thevissen.

Zuvor steht für die „Circusfreunde“ in Oldenburg ein Besuch der Ausstellung der Projektgruppe „Circus im Nationalsozialismus“ mit dem Titel „Circus – Freiheit – Gleichschaltung“ auf dem Programm – sowie eine von der Projektgruppe gestaltete szenische Lesung des autobiografischen Romans „Der Clown und die Circusreiterin“. Thevissen: „Es ist die Flucht- und Liebesgeschichte einer jüdischen Kunstreiterin, die während der NS-Zeit Zuflucht in einem Zirkus findet und aus Angst vor dem Entdecktwerden in die Rolle eines Clowns schlüpft.“

Weltumspannende Gesellschaft

Der Verein „Gesellschaft der Circusfreunde“ gilt als einer der größten Verbände von Zirkusfreunden weltweit. Gegründet wurde er vor mehr als 60 Jahren.

„Fast 2 000 Mitglieder gehören unserem Verein an – nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und in anderen benachbarten Ländern, außerdem mittlerweile auch in den USA, Südafrika und Kanada“, so Thevissen. „Sie alle eint eine große Begeisterung für artistisches Können, artgerechte Dressuren und ideenreiche Clowns.“

Die „Circusfreunde“ treffen sich deutschlandweit regelmäßig in 20 verschiedenen Sektionen und Gesprächskreisen. In Bremen kommen allmonatlich mehr als ein Dutzend Manegenfreunde im „Café Goedekens“ in Horn zusammen, sagt die Leiterin der Bremer Sektion.

Und was machen „Circusfreunde“ außerhalb ihrer Gesprächsrunden und abseits der Manege? Die Antwort liegt nah: „Viele von uns sind leidenschaftliche Fotografen, andere sammeln Programmhefte, Zeitungsausschnitte und Zirkus-Souvenirs aller Art – oder schreiben für Fachzeitschriften wie die vereinseigene monatlich erscheinende ,Circus-Zeitung‘. Andere wiederum investieren Tausende von freien Stunden, um ihren Lieblingszirkus originalgetreu im Modellbauformat nachzubilden.“

Natürlich besuchen die „Circusfreunde“ auf Festivals wie jenes in Monte Carlo – und Zirkusgastspiele in verschiedenen Ländern. Und dann sind da ja noch die Jahrestreffen – wie jenes, das jetzt in Bremen beginnt.

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