Vor 150 Jahren starb in Bremerhaven Jacobus Johannes van Ronzelen

Der Erbauer der Seestadt

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Jacobus Johannes van Ronzelen

Bremerhaven - Von Harald Focke. Vor 150 Jahren starb der Mann, der die ersten Häfen in Bremerhaven baute und der heutigen Seestadt ihr frühes Gesicht gab – der 1800 in Amsterdam geborene Jacobus Johannes van Ronzelen. In Delft studierte er Mathematik und Technik. Sein Vater besorgte ihm eine Stellung in der Amsterdamer Wasserbaudirektion, die er leitete. Der junge van Ronzelen rechtfertigte die Begünstigung durch Fachwissen und Ideen.

Sein Können sprach sich bis Bremen herum. 1826 bat ihn Bürgermeister Johann Smidt um Pläne für einen Hafen an der Geestemündung. Van Ronzelen überzeugte den Senat. Nachdem das Königreich Hannover Bremen das Gelände der ehemaligen Karlsburg überlassen hatte, begannen im Mai 1827 die Arbeiten am heutigen „Alten Hafen“, unmittelbar nach van Ronzelens Ernennung zum Bremer Hafenbaudirektor. Auf dem kaum besiedelten kleinen Flecken Land nordöstlich der Geestemündung, wo bislang nur ein Nothafen bestanden hatte, sollten nun Seeschiffe von mindestens 120 Last (etwa 240 Tonnen) Tragfähigkeit einlaufen. Der Hafen sollte Bremens Handel zu neuem Aufschwung verhelfen, der wegen der verschlickten Weser lahmte.

Ab Juli 1828 schufteten täglich mehr als 900 Arbeiter mit Hacke und Schaufel auf der Großbaustelle. Sie arbeiteten im Akkord unter schwierigen Bedingungen. Viele raffte das Sumpffieber dahin. 60 Pferde hielten die Pumpen in Gang, damit das frisch ausgehobene Becken im Deichvorland nicht wieder voll Wasser lief.

1829 war das drei Millionen Mark teure Werk vollendet: Der neue bremische Außenhafen war 720 Meter lang und fast 60 Meter breit und durch eine moderne Schleuse erreichbar. Bremerhaven besaß nun nach Hamburg den größten deutschen Hafen. In ihm konnten die Schiffe unabhängig vom Wasserstand der Weser gelöscht und beladen werden. Als erster kam Mitte September 1830 der amerikanische Großsegler „Draper“. Im „Alten Hafen“ bestiegen viele Jahre Auswanderer ihr Schiff nach Amerika. Heute liegen hier zahlreiche Museumsschiffe.

Van Ronzelen plante nicht nur den ersten tideunabhängigen Hafen, sondern auch die Stadt Bremerhaven. Der erste Bebauungsplan von 1831 mit seinem Straßenraster sowie die erste Kanalisation gehen auf ihn zurück. Van Ronzelen ließ einen Deich aufschütten und die Leher Chaussee bauen, heute die obere Hafenstraße. Von ihm stammte auch das Konzept des „Neuen Hafens“, den er zwischen 1847 und 1852 mehrfach vergrößerte, weil der Handel über Bremerhaven kräftig wuchs. Seine Schleuse mit den ersten eisernen Stemmtoren der Welt war damals die größte in ganz Europa. Wegweisende Ideen und Tatkraft waren typisch für van Ronzelen, der auch die stadtbremischen Häfen ausbaute und eine Brücke über die Lesum anlegte.

Am 30.November 1865 starb van Ronzelen in Bremerhaven nach einem Schlaganfall.

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