Von Thomas Kuzaj

Vor 200 Jahren: Napoleons Bremen

Bremen - · Aus gegebenem Anlass steht hier heute ein Franzose im Blickpunkt – Napoleon. Der gegebene Anlass ist, man ahnt‘s, ein historischer: Morgen vor 200 Jahren, am 1. Januar 1811, gründeten die Franzosen das Département des Bouches du Weser, das Departement der Wesermündungen also. Bremen gehörte damit zu Napoleons Kaiserreich – wie beispielsweise auch Hamburg (Bouches de l‘Elbe) und Lübeck.

Die „Franzosenzeit“ hatte in Bremen eigentlich schon einige Tage zuvor begonnen, am 18. Dezember 1810. Doch die Departementsgründung folgte eben genau zum 1. Januar 1811. Bremen war die Hauptstadt jenes Département des Bouches du Weser, das in vier Arrondissements unterteilt wurde und weit mehr als das Stadtgebiet umfasste – nämlich auch Oldenburg (mit Delmenhorst), Nienburg (mit Bassum, Hoya und Sulingen) und Lehe (mit Vegesack, Dorum und Osterholz). Manches davon heißt heutzutage ja Metropolregion. Eines der vier Arrondissements übrigens war Bremen („Brême“), wozu die Franzosen auf ihre unnachahmliche Art auch Achim und Verden, Lilienthal und Ottersberg, Syke und Rotenburg zählten.

Als Napoleon an der Weser regierte, machte er das natürlich nicht höchstselbst. So ein Mann hat ja auch noch andere Dinge zu tun. An der Spitze des Departements stand ein Präfekt – bis fast zum Schluss war es Reichsgraf Philipp Karl von Arberg (1776 bis 1814), ein früher Kammerherr Napoleons. Er residierte zunächst am Domshof und später dann im Eschenhof an der Domsheide. Der Eschenhof stand da, wo später – 1878 – die Kaiserliche Post errichtet wurde, in der heute die katholische St.-Johannis-Schule zu finden ist.

Doch zurück in die Bremer „Franzosenzeit“, die bis zum 26. Oktober 1813 dauerte. Die Franzosen, die den Bürgermeister „Maire“ nannten, modernisierten die Verwaltung. In dieser Zeit taucht auch der Name des späteren Bürgermeisters und Bremerhaven-Gründers Johann Smidt (1773 bis 1857) auf. Er vertrat bremische Interessen in Paris. Und nach der Völkerschlacht bei Leipzig gehörte Smidt 1813 zu jenen, die mit dem russischen Generalmajor Freiherr Friedrich Karl von Tettenborn (1778 bis 1845) über die Neugründung des Bremer Staates verhandelten.

Etliche Spuren hat sie hinterlassen, die „Franzosenzeit“. Ältere Bremer sprechen noch heute vom „Trottoir“, wenn sie den Gehweg meinen. Und „Tschüs“ ist eine hanseatisch vernuschelte Ableitung des französischen „Adieu“.

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