150 Jahre organisierte Seenotrettung: Die Aufbauarbeit von Konsul H.H. Meier

Der Coup mit dem König

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Konsul H.H. Meier.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Der Bremer Kaufmann und Konsul Hermann Henrich („H.H.“) Meier (1809 bis 1898), mit Eduard Crüsemann (1826 bis 1869) Gründer des Norddeutschen Lloyd (NDL), wird anno 1865 erster Vorsitzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Gemeinsam mit dem Redakteur und DGzRS-Gründer Arwed Emminghaus (1831 bis 1916) ist Meier die treibende Kraft beim Aufbau des Rettungswerks. Beide kümmerten sich um die finanziellen Fragen. Und H.H. Meier gelingt Ende 1866 ein Coup, der mächtig Renommee bringt – dem Bremer gelingt es nämlich, den preußischen König Wilhelm I. zur Schirmherrschaft zu bewegen.

Heute ist der Bundespräsident Schirmherr der nichtstaatlichen Organisation, die sich aus Spendengeldern (und aus Bußgeldern) finanziert. Sie gilt als eine der ältesten Bürgerinitiativen Deutschlands.

Die Rettungsstationen sind in den Anfangszeiten mit einfachen Raketenapparaten, Hosenbojen und offenen Ruderbooten ausgestattet. Aber immerhin! Jetzt gibt es Rettungsstationen an der deutschen Küste.

Meier bleibt bis an sein Lebensende Vorsitzer der DGzRS – und „vielleicht ist ihm keine seiner großen Schöpfungen so sehr ans Herz gewachsen“ wie diese, schreibt Meiers Biograph Friedrich Hardegen in seinem 1920 veröffentlichten – etwas schwärmerischen, aber durchaus faktentreuen – Buch über den Bremer Kaufmann. Nach Hardegens Tod hatte Meiers Tochter Käthi Smidt das Werk zu Ende geführt.

Dabei hatte Meier den Vorsitz ursprünglich gar nicht annehmen wollen. Er glaubte nicht daran, dass die Pläne eines organisierten Rettungswerks gelingen würden. Aber die Einigkeit bei der Gründungsversammlung in Kiel stimmte den Bremer schließlich um. Meier selbst war nicht nach Kiel gefahren. Aber die 120 Herren, die sich dort versammelt hatten, wählten ihn einfach zum Vorsitzer. Anschließend wurde nach Bremen telegrafiert. Inhalt der Depesche war die Frage an Meier, ob er die Wahl annehme. „Ja“, telegrafierte der Bremer zurück, heißt es im Buch von Hardegen und Smidt.

In den folgenden Jahren gelingt es Meier dann, die Gesellschaft aufzubauen, zu strukturieren – und zu finanzieren. Die Schirmherrschaft des Königs dürfte dabei durchaus hilfreich gewesen sein.

Die Bedeutung der DGzRS, so heißt es bei Hardegen und Smidt, „steigerte sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt“. Und: „Je mehr im neuen Deutschland“ – gemeint ist die Reichsgründung 1871 – „die Seeinteressen in den Vordergrund traten, um so reicher flossen ihr die Mittel zu.“

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