150 Jahre organisierte Seenotrettung: Arbeit fasziniert auch „Landratten“ / Unabhängige Organisation

„Da hängt noch ein Mann im Mast“

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Den Naturgewalten entgegen: Rettungsmänner im Ruderboot, 19. Jahrhundert.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Flensburger Förde. An Bord einer 15 Meter langen Segelyacht, mit sechsköpfiger Crew auf einem Törn nach Schweden, verliert ein Segler sein Bewusstsein. Der Skipper setzt über Funk einen Notruf ab. Die Seenotretter der Stationen Maasholm und Gelting machen sich auf den Weg.

Der Seenotkreuzer „Nis Randers“ (Maasholm) trifft zuerst bei der Yacht ein. Die Seenotretter übernehmen die Erstversorgung des bewusstlosen Seglers.

Unterdessen treffen Notarzt und Rettungsassistent per Hubschrauber in Gelting ein. Die freiwilligen Seenotretter bringen das medizinische Personal mit dem Seenotrettungsboot „Jens Füerschipp“ zur Yacht.

Ein aktuelles Beispiel vom Wochenende – und ein geradezu typischer Einsatz aus dem Alltag der Seenotretter. Ein Einsatz mit der Hilfe von moderner Technologie, wie sie sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch kein Mensch hatte vorstellen können. Damals, 1865, wurde die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger – kurz: DGzRS – gegründet. Am 29. Mai 1865, um genau zu sein. Heute, 150 Jahre später, wird das groß gefeiert.

Schiffe, Geschichte und Arbeit der Seenotretter faszinieren viele Menschen, auch die „Landratten“. Das ist gut für die DGzRS, denn das Rettungswerk ist – wie in der Zentrale an der Werderstraße in Bremen gern betont wird – eine unabhängige und nichtstaatliche Organisation.

Ihre Arbeit wird „durch Spenden und freiwillige Zuwendungen finanziert“. Ein gutes Image sorgt dafür, dass die „Landratten“ viele Münzen in die bekannten Spendenschiffchen der DGzRS fallen lassen.

Heute ist es nicht selten die Sport- und Freizeitschifffahrt, die die Kräfte der Seenotretter auf Trab hält. Auch daran war nicht zu denken, als die Idee aufkam, so ein Rettungswerk ins Leben zu rufen. Es war die Not, die Angst vor weiteren fürchterlichen Unglücken, die dazu geführt hat, dass ein organisiertes Seenotrettungswerk aufgebaut wurde. Und es war die Zeit, in der die Handelsschifffahrt wuchs und wuchs.

Die Seenotretter sind sich ihrer Traditionen und Ursprünge bewusst. Dafür stehen nicht zuletzt Schiffsnamen wie der des am Wochenende eingesetzten Seenotkreuzers „Nis Randers“. Benannt wurde der nach einer Ballade des Schriftstellers Otto Ernst (1862 bis 1926). Das Gedicht, 1978 von Achim Reichel vertont, beschreibt die dramatische Rettung eines Schiffbrüchigen: „Und brennt der Himmel, so sieht man’s gut: / Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut; / Gleich holt sich’s der Abgrund. / Nis Randers lugt – und ohne Hast / Spricht er: ‚Da hängt noch ein Mann im Mast; / Wir müssen ihn holen.‘“

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