60 Jahre Gästeabend des Handelsverbands Nordwest und der Handelskammer

„Eine starke Stimme“

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Jan König, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Nordwest in Bremen (v.l.), Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer Handelskammer, Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbandes Deutschland, und Handelskammer-Präses Harald Emigholz beim Gästeabend im Bremer Rathaus.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. „Der Einzelhandel in Bremen hat eine starke Stimme“, sagte beim 60. Gästeabend des Handelsverbands Nordwest und der Handelskammer der Hauptredner der Veranstaltung, Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Und diese starke Stimme werde auch gebraucht, nicht nur im Norden, sondern auch in Berlin und Brüssel.

Aus Anlass des 60. Geburtstages fand der Gästeabend ausnahmsweise in der Oberen Rathaushalle statt. Rund 170 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Kultur hörten vor Garnelen an Salat und Perlhuhn den Hauptvortrag von Sanktjohanser. Dieser betonte den hohen Stellenwert des Einzelhandels mit 300 000 Unternehmen und einem Umsatz von 470 Milliarden Euro als drittgrößte Wirtschaftsbranche nach Industrie und Handwerk in Deutschland. Während der Export schwächele, sei der Konsum zum wichtigsten Wachstumstreiber geworden. Der Einzelhandel sei 2015 so stark gewachsen, wie seit 20 Jahren nicht, sagte der HDE-Präsident. Er habe 60 000 neue sozialversicherungspflichtige Stellen geschaffen, was künftig auch eine Chance für Asylbewerber sein könnte.

Digitalisierung und Demographie wirke sich auf die Innenstädte aus. Es komme teilweise bereits zu „Verödungen“. Und bis 2020 könnten nach Studien weitere bis zu 50 000 Läden schließen. Um dem entgegenzuwirken, müssten Politik und Verwaltung gemeinsam mit Unternehmen, Verbänden und Kammern an einem Strang ziehen. Sanktjohanser: „Wir müssen gemeinsam Wege finden, um beispielsweise durch eine intelligente Vernetzung von Handel, Verkehr, Gastronomie, Kultur und Freizeit unsere Städte am Leben zu erhalten. Eine Stadtentwicklungspolitik ohne oder gegen den Handel darf es nicht geben.“

In seiner kurzweiligen Rede betonte Emigholz als neuer Präses: „Der Einzelhandel ist und bleibt die Kernfunktion für die Zentren in unseren Städten. Er wird auch in Zukunft maßgeblicher Bestimmungsfaktor für die Lebensqualität in unserer Region sein.“ Gerade mit Blick auf die Überalterung der Gesellschaft werde die Frage der Versorgungsqualität weiter an Bedeutung gewinnen. Es müsse konsequent weiter an der Entwicklung der städtischen Zentren gearbeitet werden. In Bremen gebe es seit einigen Jahren gute strukturelle Ansätze. Der „Durchbruch“ sei allerdings bisher ausgeblieben.

Emigholz forderte, die Diskussion „mutiger Ideen“ wie das Parken unter dem Straßenzug Am Wall oder die Neugestaltung des Domshof als Standort für Einzelhandel und Gastronomie. Die Schlachte und die Überseestadt seien positive Beispiele am Fluss, die vor etlichen Jahren nicht denkbar gewesen wären, sagte er.

Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) zeigte sich angesichts des Parkens unter dem Wall dann doch skeptisch, „es sei denn, Sie finden private Investoren“. Wichtig sei es, die Innenstädte noch stärker zu beleben, Menschen zum Wohnen in die City zu holen. In Sachen Aufenthaltsqualität in der City liege Bremerhaven inzwischen mit seinen „Havenwelten“ leicht vor Bremen. Noch stärker müsse Bremen die Weser als „Kraftquelle“ nutzen. Als „Herkulesaufgabe“, die jetzt direkt bei ihm im Rathaus angesiedelt sei, bezeichnete Sieling es, mehr Flächen dafür in der Stadt zu bieten.

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