150 Jahre DGzRS: Jubiläumsausstellung in der Unteren Rathaushalle

Hosenboje und High Tech

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Die Seenotretter blicken in ihre Geschichte: DGzRS-Ausstellung in der Unteren Rathaushalle.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Untergehen in Sturm und Wellen – das Thema Seenot berührt Urängste des Menschen. Die Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer geben ihm eine politische Dimension. An der deutschen Nord- und Ostseeküste kümmert sich die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) um Menschen, die in Sturm und Wellen in Gefahr geraten sind. Jetzt wird die DGzRS – Sitz: Bremen – 150 Jahre alt. Dazu gibt es eine Ausstellung in der Unteren Rathaushalle.

Die Schau ist eine Eigenproduktion der Seenotretter – anders als vor zehn Jahren die Schau „Aus Sturm und Not“, die das Focke-Museum zum 140. Jahrestag der DGzRS-Gründung gezeigt hatte. Es war damals die erste umfangreiche kulturgeschichtliche Ausstellung zum Thema Seenotrettung in Deutschland.

In der Unteren Rathaushalle hingegen konzentriert die DGzRS sich nun ganz auf sich selbst – keine historischen Exkurse, keine aktuellen Bezüge. Zu sehen ist, wie sich die Arbeit der Seenotretter seit 1865 entwickelt hat. „Von der Hosenboje bis zum modernen Seenotrettungskreuzer.“ So umreißt Ralf Baur von der DGzRS das Spektrum, das die Ausstellung abdeckt. Was sich seit 1865 technisch (und in der praktischen Arbeit der Seenotretter) verändert hat, das soll die Ausstellung vor Augen führen. Auch via High Tech – ein Seenotrettungskreuzer-Fahrsimulator lässt die Besucher virtuell nachfühlen, wie es ist, bei Sturm ‘rauszufahren, um Menschen aus Seenot zu retten.

Großformatige Fotos und historische Plakate, Schiffsmodelle und Filmaufnahmen – all das illustriert in der Unteren Rathaushalle die, so ein Sprecher, „mitunter gefahrvolle Arbeit der Seenotretter, die rund um die Uhr und bei jedem Wetter einsatzbereit sind“. Jahr für Jahr fahren die Seenotretter nach eigenen Angaben mehr als 2000 Einsätze. Stets betont die Gesellschaft, deren Zentrale an der Werderstraße in der Neustadt liegt: „Die Arbeit des deutschen Seenotrettungsdienstes wird ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen finanziert – ohne jegliche staatlich-öffentliche Mittel. Die DGzRS, deren Schirmherr der Bundespräsident ist, beansprucht zur Erfüllung ihrer Aufgaben keine Steuergelder.“

Die DGzRS-Flotte umfasst 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 54 Stationen – zwischen der Borkum im Westen und Ueckermünde im Osten. Mehr als 180 festangestellte und etwa 800 freiwillige Rettungsmänner (und -frauen) bilden die Crew des Rettungswerks. Im Stammhaus an der Werderstraße koordiniert die Seenotleitung die Rettungseinsätze. Die DGzRS-Zentrale ist ebenfalls in der Ausstellung zu sehen – als sorgfältig gearbeitetes Pappmodell von Bernhard Schulte aus Hagen im Maßstab 1:250. Sturm, Wellen, Seenotrettung – ein Thema, das auch als Hobby fasziniert.

Die Ausstellung „150 Jahre Seenotretter“ in der Unteren Rathaushalle ist bis 21. Juni täglich in der Zeit von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Am 29. Mai, dem 150. Jahrestag der DGzRS-Gründung, ist die Schau wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen im Rathaus erst ab 16 Uhr geöffnet. An diesem Tag wird Bundespräsident Joachim Gauck zur Jubiläumsfeier der Seenotretter in Bremen erwartet.

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