150 Jahre DGzRS: Heute feiern die Seenotretter im Herzen Bremens

Gauck bringt die Patin mit

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150 Jahre DGzRS: Heute feiern die Seenotretter auf dem Bremer Marktplatz.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Das Hanseatenkreuz ist das Symbol der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die heute vor 150 Jahren in Kiel gegründet worden ist und die ihren Sitz in Bremen hat. Das Jubiläum wird – unter anderem – groß auf dem Bremer Marktplatz gefeiert, was sehr gut passt, denn schließlich ist das Hanseatenkreuz hier ins Pflaster eingelassen.

Der Bremer Sonderstempel zum DGzRS-Jubiläum.

Ein Pflaster, über das heute der Bundespräsident gehen wird. Er kommt zum großen Tag der Seenotretter nach Bremen, schließlich ist er – praktisch von Amts wegen – Schirmherr des ohne staatliche Gelder finanzierten Rettungswerks. Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt besuchen den – geladenen Gästen vorbehaltenen – Festakt zum DGzRS-Jubiläum in der Oberen Rathaushalle. Gauck trägt sich auch in das Goldene Buch ein. Der Festakt wird ab 14 Uhr live auf den Marktplatz übertragen. Und hier, rund um den Roland und im Herzen Bremens, ist so richtig was los.

In der Zeit von 13 bis 19 Uhr gibt es hier ein Programm für See- und Sehleute, für Wasser- und Landratten. Die DGzRS präsentiert das historische Ruderrettungsboot „August Grassow“. 100 ehrenamtliche Mitarbeiter aus dem ganzen Land informieren auf dem Marktplatz über die Arbeit der Seenotretter auf Nord- und Ostsee.

Die „Blindfische“ und die „Seenotrapper“ sorgen für Musik. Kleinkünstler treten auf. Die „Bremer Stadtmusikanten“ des Theaters „Interaktiwo“ sind ebenfalls mit von der Partie. Und auch das Comedytheater „Hara Keuli“. Der Schauspieler und Autor Dirk Böhling (Radio Bremen) moderiert das Bühnenprogramm.

Rettungsmann mit entschlossenem Blick – ein DGzRS-Plakat aus den 50er Jahren.

Auf Böhlings Bühne werden Bundespräsident Gauck und Daniela Schadt, so die Planung, etwa um 15.30 Uhr erwartet – zu einer Talkrunde. Beide besichtigen zudem das historische Ruderrettungsboot. Dann folgt ein Sprung in die Gegenwart: Gaucks Lebensgefährtin Schadt tauft auf dem Bremer Marktplatz das neue Seenotrettungsboot SRB 65, ein modifiziertes und kompaktes Spezialschiff der 9,50-/10,10-Meter-Klasse. Die Taufe ist für ungefähr 16.10  Uhr geplant – so ganz genau kann man das bei solchen Ereignissen vorher ja nie wissen. Auf dem Marktplatz vertreten ist auch die Deutsche Post – und zwar mit einem Sonderpostamt. Schließlich ist – wie berichtet – am 7. Mai eine 62-Cent-Marke zum Seenotretter-Jubiläum erschienen. Sondermarken, Ersttagsblätter und Sonderbriefumschläge bietet die Post in der Zeit von 12 bis 19 Uhr  an. Und Zehn-Euro-Gedenkmünzen, obwohl man die gar nicht auf Briefe kleben kann. Vor allem aber gibt‘s einen Sonderstempel – mit DGzRS-Spendenschiffchen und natürlich mit dem Hanseatenkreuz.

Die Zentrale der Seenotretter an der Werderstraße – auf der Neustadtseite der Weser. Und hier dargestellt als Karton-Diorama im Maßstab 1:250, gebaut von Bernhard Schulte aus Hagen. Zu sehen ist das Diorama in der Seenotretter-Ausstellung in der Unteren Rathaushalle, die noch bis zum 21. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr öffnet. Heute allerdings wegen der Sicherheitsvorkehrungen im Zusammenhang mit dem Gauck-Besuch erst ab 16 Uhr.

Um 19 Uhr  folgt noch ein Festkonzert der Deutschen Kammerphilharmonie – allerdings nicht auf dem Marktplatz, sondern wind- und wettergeschützt im Konzerthaus „Glocke“ an der Domsheide. Titel des (so eine Sprecherin) „kühnen Programms“: „Finnen-Folk und klassisches Meeresrauschen“. In diesem Jahr ist die Deutsche Kammerphilharmonie ehrenamtliche „Bootschafterin“ der Seenotretter. Morgen, Sonnabend, werden die Jubiläumsfeierlichkeiten in Bremerhaven fortgesetzt. Um 11 Uhr  beginnt eine Schiffsparade von Rettungseinheiten aus dem In- und Ausland. Um 12 Uhr folgt dann die Taufe des neuen Seenotrettungskreuzers SK 35.

Auch Sonntag gibt es noch Programm. An beiden Tagen ist die Deutsche Post mit ihrem Sonderpostamt – und einem Bremerhavener Sonderstempel – auf dem Festareal am Neuen Hafen zu finden (jeweils von 12 bis 18 Uhr).

Von morgen bis zum 2. Juni dauert die Messe „Maritime Sicherheit“ in Bremerhaven. Vom 1. bis zum 4. Juni dauert ein Kongress der Seenotrettungsdienste aus aller Welt in der Seestadt.

Info: DGzRS auf einen Blick

Vor 150 Jahren – am 29. Mai 1865 – ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Kiel gegründet worden. Sitz des ersten deutschlandweit organisierten maritimen Rettungswerks wurde Bremen. Das lag nicht zuletzt am einflussreichen und geschickten Bremer Kaufmann und Konsul Hermann Henrich („H. H.“) Meier (1809 bis 1898), mit Eduard Crüsemann (1826 bis 1869) Gründer des Norddeutschen Lloyd (NDL). H. H. Meier wurde anno 1865 zum ersten Vorsitzer der Gesellschaft gewählt, die heute gern unter dem kürzeren Namen „Die Seenotretter“ firmiert, was auch etwas mehr nach Action und Abenteuer klingt. Gemeinsam mit dem Redakteur und DGzRS-Gründer Arwed Emminghaus (1831 bis 1916) war Meier die treibende Kraft beim Aufbau der Gesellschaft.

Die DGzRS-Flotte umfasst heute 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 54 Stationen zwischen Borkum im Westen und Ueckermünde im Osten. Mehr als 180 festangestellte und etwa 800 freiwillige Rettungsmänner (und -frauen) bilden die Crew des Rettungswerks.

Jahr für Jahr fahren sie mehr als 2 000 Einsätze. Seit 1865 verdanken fast 82 000 Schiffbrüchige ihr Leben dem Eingreifen der Seenotretter. Die Seenotleitung in Bremen koordiniert und überwacht die Einsätze. kuz

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