150 Jahre Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger: Jubiläumsprogramm in Bremerhaven fortgesetzt

Taufe, Parade und Gedenkgottesdienst

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Vormann Uwe Gerdelmann lässt die Schiffsglocke der „Johanne“ erklingen.

Bremerhaven - 150 Jahre Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) – die Seenotretter haben ihre Jubiläumsfeierlichkeiten am Wochenende in Bremerhaven fortgesetzt. Ein neuer Seenotrettungskreuzer wurde getauft. Gestern gehörte auch ein Gedenkgottesdienst für alle auf See Gebliebenen zum Programm.

Unter freiem Himmel erklang in der Nähe des Großen Leuchtturms das Läuten der Schiffsglocke der „Johanne“. Der Schiffbruch der Bark vor Spiekeroog war Mitte des 19. Jahrhunderts einer der Auslöser zur Gründung eines organisierten deutschen Seenotrettungswerkes gewesen.

Dieter Mader vom Inselmuseum Spiekeroog hatte die Glocke der „Johanne“ nach Bremerhaven gebracht. Bei der Strandung des Großseglers im schweren Herbststurm vor der Insel im November 1854 waren 84 Menschen ums Leben gekommen.

Bremerhavens evangelische Superintendentin Susanne Wendorf-von Blumröder, ihr katholischer Kollege Thomas Thannippara, Diakon Thomas Reinold und Seemannspastor Werner Gerke gestalteten den Gedenkgottesdienst. In ihrer Ansprache zu einem Kapitel der Apostelgeschichte über einen Schiffbruch auf Paulus’ Romreise erinnerte Wendorf-von Blumröder an die Gefahren der See im Allgemeinen und die des Einsatzes der Seenotretter im Besonderen. „Nahezu 82.000 Menschen verdanken ihnen seit 1865 schnelle Hilfe. Dem gegenüber stehen 45 Rettungsmänner, die bei ihrem Einsatz für andere ums Leben kamen.“

Zwar sei die Schifffahrt in den vergangenen Jahrzehnten immer sicherer geworden. Doch auch in modernen Zeiten seien die Seenotretter immer wieder großen Gefahren ausgesetzt. „Es gehört zum Alltag der Besatzungen, auch mit belastenden Einsätzen klarkommen zu müssen. Zuweilen ist das Meer stärker als der Mensch und all seine Bemühungen. So war es schon zu Paulus’ Zeiten, und so wird es immer bleiben.“

Am Sonnabend hatten eine Schiffsparade und die Taufe eines neuen Seenotrettungskreuzers auf dem Programm gestanden. Der 28-Meter-Kreuzer wurde auf den Namen „Ernst Meier-Hedde“ getauft, ehrenamtlicher Vorsitzer der DGzRS von 1980 bis 1990. Das Tochterboot erhielt den Namen seiner Frau Lotte. Taufpatin war eine Enkelin des Paares.

Das Schiff wird auf der nordfriesischen Insel Amrum stationiert. Mit einem mächtigen Typhon-Konzert setzte sich das neue Schiff anschließend an die Spitze der Parade auf der Weser, an der sich 60 Schiffe internationaler Seenotrettungsdienste beteiligten.

Bis Donnerstag ist Bremerhaven nun Tagungsort des „World Maritime Rescue Congress“. Zu dem internationalen Kongress der Seenotretter werden mehr als 300 Teilnehmer aus aller Welt erwartet.

kuz

www.seenotretter.de

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