800 Jahre altes Schmuckstück wird künftig im Focke-Museum ausgestellt

Der Bischofsring ist restauriert

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Der restaurierte Bischofsring mit Amethyst.

Bremen - Der vor einem Jahr gestohlene und dann stark beschädigt wieder aufgetauchte 800 Jahre alte Bischofsring aus dem Bremer Dom-Museum ist jetzt repariert. Er sei im Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz von Stephanie Felten erfolgreich restauriert worden, sagte Museumsdirektorin Dr. Henrike Weyh gestern gegenüber unserer Zeitung. Bewusst wurde allerdings auf massive Eingriffe wie etwa Löten verzichtet. „Der Ring, der Jahrhunderte unbeschadet im Boden des Bremer Doms überdauerte, ist nun um einige ,Verletzungen‘ reicher“, sagte Weyh.

Sichtbar bleibt etwa eine Naht, eine Folge der massiven Beschädigung im vergangenen Jahr. Ein 47-jähriger Dieb hatte den Goldring mit einem Amethysten in jämmerlicher Verfassung wieder zurückgegeben, weil ihn offenbar sein Gewissen plagte. Er hatte zuvor versucht, den Stein aus der Fassung zu brechen, um das Diebesgut zu verkaufen.

Aufgrund der Angaben des Täters wurde das wertvolle Schmuckstück aus dem 12. Jahrhundert bei einem Bremer Münzhändler sichergestellt. Der Ring habe einen „unermesslichen“ kulturellen Wert, sagte Museumsleiterin Weyh. Künftig wird er aber nicht mehr im Dom-Museum, sondern im Bremer Focke-Museum zu sehen sein. Hier ist der Ring bereits angekommnen und liegt sicher verschlossen im Tresor, wie gestern ein Sprecherin auf Anfrage bestätigte. Für die Öffentlichkeit wird er voraussichtlich erst im Januar zu sehen sein, denn das Dom-Museum bekommt dafür im Austausch Grabbeigaben, die bisher in Schwachhausen ausgestellt sind. Dafür jedoch muss im Dom noch eine neue Vitrine hergerichtet werden. Das Focke-Museum geht davon aus, seine Exponate etwa im November ans Dom-Museum übergeben zu können. Bis dann im Schwachhauser Haus alles für die Ausstellung des Bischofsrings vorbereitet ist, dürfte es Januar werden, sagte die Sprecherin.

Das Bremer Dom-Museum wurde 1987 im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 1200-jährigen Bestehen der Kirche in Bremen eröffnet und 1995 erweitert. Zu den größten Attraktionen zählen Funde aus den mittelalterlichen Bischofsgräbern, die in den 1970er Jahren bei einer archäologischen Grabung im Mittelschiff des St.-Petri-Domes entdeckt worden waren.

Unter den wertvollsten Ausstellungsstücken sind eine Mitra, ein Paar Pontifikal-Schuhe sowie der Seidenbesatz eines gottesdienstlichen Obergewandes mit arabischen Schriftzeichen. Auch der Ring gehörte dazu.

epd/gn

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