100 Jahre Altes Pumpwerk in Findorff: „Tag der offenen Tür“ mit Rundgängen

Technik und Hygiene

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Blick in die Pumpenhalle des Industriedenkmals.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Wenn von einem „lebendigen Baudenkmal“ gesprochen wird, ist das oft ein Klischee. Im Fall des Alten Pumpwerks im Bereich Salzburger Straße/Bayernstraße in Findorff stimmt es aber einmal. Das stillgelegte Abwasserpumpwerk ist ein gelungenes Beispiel für die Umwandlung eines industriehistorischen Bauwerks. Das Museum zur Abwassergeschichte und -technik gilt als deutschlandweit einmalig. Jetzt wird das Pumpwerk 100 Jahre alt.

Das wurde gestern gefeiert, denn schließlich war das Pumpwerk vor 100 Jahren, anno 1915, auch ein Meilenstein für Bremens Stadtentwässerung und die Hygiene an der Weser. Drei große Abwasserpumpwerke nahmen die Bremer in jenem Jahr in Betrieb – in Findorff, Oslebshausen und Woltmershausen.

Und davon war das in Findorff, ab 1913 nach Entwürfen des Bremer Hochbauamts II gebaut, das größte. Die Pumpen und Motoren werden in der Denkmaldatenbank des Landeskonservators als „außerordentliche technikgeschichtliche Rarität“ bezeichnet. Seit 1995 steht die Anlage unter Denkmalschutz.

„Mit dem seinerzeit verwirklichten Konzept, das Bremer Kanalnetz als Mischwassersystem mit Schmutz- und Regenwasser auf drei Tiefpunkte auszurichten und das Abwasser von dort aus, weit abseits der Stadt, in die Weser zu pumpen, wurden die Grundlagen für unser heutiges modernes Abwassersystem gelegt“, so Hansewasser-Sprecher Oliver Ladeur.

„Planung und Verwirklichung eines unterirdischen Kanalsystems waren eine große zivilisatorische und hygienische Leistung“, sagt Umwelt-Staatsrätin Gabriele Friderich. Und: „Die geregelte Abwasserentsorgung und die zentrale Wasserversorgung haben dazu beigetragen, dass die Lebenserwartung im vergangenen Jahrhundert um 30 Jahre gestiegen ist.“

Und heute? Jörg Broll-Bickhardt, technischer Geschäftsführer des Abwasserentsorgers Hansewasser, formuliert es so: „Die Anlagen der Stadtentwässerung wurden weitestgehend automatisiert und mit modernster IT ausgestattet. Stärker denn je ist die Stadtentwässerung in den Umwelt- und Naturschutz integriert, hat die Ziele von Gewässer- und Klimaschutz mitzuverfolgen.“

Das Alte Pumpwerk ist heute technisches Denkmal, Museum und Ort für Kulturveranstaltungen. Fast 7000 Besucher, darunter auch viele Schüler, kamen im vergangenen Jahr. Dieter Voigt, Vorsitzender des Vereins Altes Pumpwerk: „Wer hätte vor 20 Jahren, als die Pumpen noch dröhnten, gedacht, dass hier einmal Opern aufgeführt werden?“

Abwassergeschichte erleben, alte und neue Technik sehen – unter diesem Motto hat der Verein gemeinsam mit Hansewasser einen „Tag der offenen Tür“ zum Pumpwerk-Jubiläum organisiert. Termin: Morgen, Sonntag, 14 bis 19 Uhr. Ladeur: „Im Halbstundentakt gibt es Führungen durch das Pumpwerk, die Ausstellung zur Abwassergeschichte und -technik und durch den unterirdischen Kanal.“ Der letzte Rundgang beginnt um 18 Uhr. Moderne Fahrzeuge zur Kanalreinigung und -inspektion werden gezeigt.

Der Schauspieler Pago Balke präsentiert sein Satireprogramm „Shit happens“, das allerdings bereits ausgebucht ist. Ladeur: „Wiederholungen zu einem späteren Zeitpunkt sind vorgesehen.“

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