Jacobs-University Bremen sucht Ausweg aus Finanzkrise

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Absolventen der Jacobs University Bremen  nach der Absolventenfeier auf dem Gelände der Privatuniversität.

Bremen - Die private Jacobs-University in Bremen bildet Studenten aus aller Welt aus. So gut ihr wissenschaftlicher Ruf ist, so schlecht steht es um die Finanzierung. Jetzt muss dringend ein Sanierungskonzept gefunden werden, damit das Projekt nicht scheitert.

Seit gut zwölf Jahren bietet die private Jacobs-University in Bremen Studenten aus aller Welt Ausbildung auf höchsten wissenschaftlichen Niveau. Das Ziel, wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen, wurde aber nie erreicht. Im Gegenteil: Die finanzielle Misere der englischsprachigen Hochschule hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Bis zum Monatsende muss der Finanzplan für 2014 vorliegen, im Februar stehen entscheidende Beratungen des Aufsichtsrats über die nächsten Jahre an.

Noch garantiert die Schweizer Jacobs-Foundation das Überleben der Uni bis 2017 und noch fließt auch Geld aus der Bremer Staatskasse. „Wir sind im Plan“, versichert die Sprecherin der Hochschule, Ines Heise, zu den Vorbereitungen auf die Aufsichtsratssitzung. Zu Details wollte sie sich nicht äußern. Ein begleitender Ausschuss mit je zwei Vertretern der Stiftung und der Uni sowie vier Staatsräten soll seine Arbeit aufnehmen.

Die Herausforderung für die Hochschule, deren Campus auf dem Gelände einer früheren Kaserne in Bremen-Nord entstanden ist, scheint übergroß. Alleine im Jahr 2012 betrug das Minus 32,3 Millionen Euro. Der als Sanierer geholte Hochschulpräsident Heinz-Otto Peitgen warf Ende 2013 nach nicht einmal einem Jahr das Handtuch. Sein Konzept zur Rettung der Uni war im Aufsichtsgremium durchgefallen. Jetzt liegt das Problem auf dem Schreibtisch seiner Stellvertreterin Katja Windt.

Peitgen hatte im vergangenen Jahr einen Vertrag zwischen der Uni, der Jacobs-Foundation als wichtigstem Geldgeber und dem Bremer Senat ausgehandelt, der mit jährlichen Millionenzahlungen das Überleben bis 2017 sichert. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) selbst hatte zuvor ein Papier mit harten Sanierungsforderungen vorgelegt. Denn der Senat muss angesichts seiner eigenen schwierigen Haushaltslage begründen können, warum er einer privaten Uni Geld gibt und gleichzeitig viele Wünsche der staatlichen Hochschulen nicht erfüllen kann.

Der Vertrag sieht vor, dass der Senat die Zahlungen von drei Millionen Euro jährlich einstellen kann, falls die Jacobs-University es nicht schafft, den Sanierungspfad einzuhalten. Dazu gehören der Abbau von Professorenstellen und höhere Einnahmen durch Studiengebühren. Noch kommt auf zehn Studenten ein Professor.

Der Sprecher des zuständigen Wirtschaftsressorts, Holger Bruns, vergleicht die Anforderung an die Uni mit dem Weg, den Bremen selbst bis zu einem ausgeglichenen Haushalt einhalten muss, um Geld aus Berlin zu bekommen. „Ein Ausstieg Bremens ist möglich, wenn die Ziele nicht eingehalten werden.“ Die Universität ist eine von 114 privaten Hochschulen in Deutschland - 2 davon in Bremen, 8 in Niedersachsen.

Viele der aktuell mehr als 1300 Studenten aus gut 100 Ländern zahlen nur einen Teil der Studiengebühren. Nicht die Finanzkraft, nur die fachliche Eignung entscheidet über die Aufnahme in Bremen. Ein Jahr an der Jacobs-University kostet die Studenten 20 000 Euro plus etwa 5000 Euro für Verpflegung. Sie wohnen auf dem Campus.

Für kurze Aufregung sorgte die Nachricht, dass Peitgen 800 000 Euro Abfindung bekommen habe, die von der Jacobs-Foundation getragen werden. Der Ex-Präsident sagte laut Medienberichten, er habe das Geld nicht gefordert und werde es nach Abzug der Steuern voraussichtlich spenden, einen Teil davon an die Uni.

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