Vertrag unterzeichnet

Jacobs kauft Kontorhaus in Bremen

Das Kontorhaus Langenstraße – ursprünglich ein Bankgebäude – gehört jetzt dem Investor Christian Jacobs. Und damit ist es jetzt Teil der großen Umgestaltungspläne für die Bremer Innenstadt. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Jetzt kann er kommen, der Brückenschlag von der Innenstadt zur Schlachte. Der Verkauf des Kontorhauses Langenstraße an den Investor Dr. Christian Jacobs ist nach längeren Verhandlungen nun unter Dach und Fach. Die Jacobs-Unternehmensgruppe hat das denkmalgeschützte Gebäude sowie das dazugehörende Grundstück an der Langenstraße 2–4 von der Wirtschaftsförderung (WFB) gekauft.

Christian Jacobs, 1962 in Bremen geboren, will – wie berichtet – eine Verbindung schaffen vom Jacobs-Stammhaus an der Obernstraße bis eben zur Weser, zur vielzitierten Lebensader Bremens. Es wäre eine geradezu revolutionäre Öffnung der Innenstadt zum Wasser.

Der Investor ist Eigentümer des Stammhauses sowie des Nachbargebäudes Obernstraße 18 und der historischen Stadtwaage an der Langenstraße, die früher der Sparkasse gehört hatte. Unter Einbeziehung all dieser Immobilien – und des bislang brachliegenden Hofs hinter der Stadtwaage – soll der „Jacobs-Hof“ entstehen. An der Obernstraße haben die Arbeiten inzwischen begonnen.

Nächster Schritt auf dem Weg Richtung Weser ist das Kontorhaus. Jacobs lässt es umgestalten. Störende Treppen, echte Barrieren für Passantenströme, sollen verschwinden. Geplant ist es, den Durchgang auf Straßenniveau abzusenken. Ins Erdgeschoss soll dann Gastronomie kommen. „Die oberen Etagen des Kontorhauses werden nach einer Renovierung wieder als Büroflächen zur Verfügung stehen“, hieß es am Mittwoch weiter.

„Ziel der Aktivität ist die strategische Stärkung der Bremer City im Metropolenwettbewerb. Ein Schritt dazu ist das Heranführen der Stadt an ihre Lebensader“, erklärte Christian Jacobs, der älteste Sohn des Kaffee-Königs Klaus J. Jacobs (1936 bis 2008). Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) sieht in den Jacobs-Plänen „eine große Chance für die Bremer Innenstadt“.

WFB-Chef Andreas Heyer: „Die WFB hat sich zum Verkauf des Kontorhauses entschlossen, damit das einheitliche Konzept, das den ,Jacobs-Hof‘, die Stadtwaage und das Kontorhaus umfasst, realisiert werden kann.“

Es wird aber noch etwas dauern, bis es so weit ist. „Das Gebäude wird vertragsgemäß frühestens im April 2020 und spätestens im März 2022 an den neuen Besitzer übergeben“, hieß es bei der Wirtschaftsförderung. Zu welcher Millionensumme das Kontorhaus den Eigentümer wechselt, wollte niemand sagen: „Über den Kaufpreis vereinbarten die Vertragsparteien Stillschweigen“, hieß es.

Wann die Wirtschaftsförderung selbst das Kontorhaus verlässt, ist nach Angaben von WFB-Sprecherin Juliane Scholz noch nicht klar. „Wir wollen in der Innenstadt bleiben – wegen der kurzen Wege.“ Klar ist bereits, dass die Bremer Aufbau-Bank (BAB) 2019 aus dem Kontorhaus an den Domshof 14–15 zieht – mit der Gründer-Initiative „Start-Haus“. Die Tourist-Info der Bremer Touristik-Zentrale verlässt das Kontorhaus schon bald. Mitte April öffnet sie dann im Haus des Glockenspiels in der Böttcherstraße. Das Restaurant „Spaghetti-Haus“, das viele Jahre im Kontorhaus zu finden war, hatte schon vor gut einem Jahr geschlossen.

Die Bremer Investitions-Gesellschaft (BIG), eine Vorgängerin der WFB, hatte das damals leerstehende Kontorhaus 1999 auf Wunsch des Bremer Senats erworben und saniert. Das Gebäude war in den Jahren 1910 bis 1912 nach Plänen der Berliner Architektengemeinschaft Richard Bielenberg und Josef Moser für die Disconto-Bank errichtet worden. Die reich verzierte Fassade erzählt in vielen Bildern und allegorischen Darstellungen von Handel und Wandel.

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