Investoren machen aus Wümmehof das „Wümmedorf“ mit „Kümmerer“

Wachgeküsst

Das Modell des „Wümmedorfes“.
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Das Modell des „Wümmedorfes“.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Der Wümmehof in Borgfeld, einst letzter Wohnsitz des 1994 verstorbenen Hohenzollern-Oberhaupts Louis Ferdinand Prinz von Preußen und seiner Frau Kira, wird zum „Wümmedorf“. Damit wird das historisch bedeutsame Ensemble wachgeküsst, wie die Investoren – Kaufmann Anton Brinkhege und Baunternehmer Thomas Stefes – sagen.

Gemeinsam mit Architekt Frank Tappermann wollen die beiden Gesellschafter der Wümmehof GmbH, die das Ensemble Anfang des Jahres eworben hatten, die Idee eines kleinen Wohndorfes verwirklichen, und zwar „behutsam“, wie sie sagen. Seit einigen Wochen herrscht Hochbetrieb auf der Baustelle, Wände wurden im Inneren abgerissen, neue gebaut. Auch der Boden wird zum Teil erneuert. Zunächst laufen die Arbeiten am Haupthaus samt Garagen und Küchenräumen. Das Projekt, so Mirjana Boric, Ehefrau von Investor Thomas Stefes, ist mit Ortsbeirat, Stadtplanung, Amt für Denkmalschutz und Nachbarn abgestimmt. Das gesamte Areal mit dem denkmalgeschützten Hof an der Wümme ist 9350 Quadratmeter groß. Die Investitionssumme liegt im einstelligen Millionenbereich.

Die neuen Eigentümer sind auf dem Gebiet der denkmalgeschützten Revitalisierung erfahren. Unter ihrer Leitung wurden unter anderem das alte Hemelinger Rathaus und das ehemalige Landesarbeitsamt am Stern umgestaltet und einer neuen Nutzung zugeführt. Gegenwärtig lassen sie die ehemalige Kaiserliche Oberpostdirektion in Oldenburg mit großem Aufwand nach historischen Vorbildern sanieren. Und am Domshof haucht Stefes der Bremer Bank hinter der histoirschen Fassade neues Leben ein (wir berichteten). Hier ist eine Kombination von Arbeiten und Wohnen geplant.

Zurück zum Wümmehof: Hinter der geschützten Fassade, die erhalten bleibt, entstehen zwei großzügige Wohneinheiten, die Tradition und Moderne miteinander verknüpfen. Inzwischen laufen auch die Planungen, vier weitere kleinere Häuser in das Gelände und den Bewuchs einzubetten. Boric: „In Anlehnung an die historische Gartenanlage des bekannten Architekten Friedrich Gildemeister wird es eine behutsame Bepflanzung geben.“

Die Wümmehof GmbH bleibt den Angaben nach Eigentümerin und will die Großzügigkeit des Areals erhalten. Zäune soll es nicht geben. Stattdessen bekommt das „Wümmedorf“ einen „Kümmerer“, der den Mietern in allen Lebenslagen hilft, ähnlich einem Concierge-Service, sagen die Investoren. Brinkhege und Stefes wollen den „Kümmerer“ über eine Service-App anbieten. „Immer mehr Menschen haben die Sehnsucht nach einer lebendigen Gemeinschaft, einem Leben, wie es früher auf dem Land üblich war. Wir wollen das ,Wümmedorf‘ mit Sorgfalt und Augenmaß genau auf diese Bedürfnisse abstimmen. Für uns eine Herzensangelegenheit“, betont Stefes. Mitte nächsten Jahres können die ersten „Dorfbewohner“ einziehen. Der Wümmehof war 1938 nach Plänen des renommierten Architekten Friedrich Schumacher gebaut worden.

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