Investition im Verborgenen

Baustellenbesuch im Haus der Bürgerschaft: Abbrucharbeiten sind erledigt

Durchblick: Das Haus der Bürgerschaft bleibt noch bis Ende 2020 eine Baustelle. Foto: ESSER

„Ich bin auch gespannt. Ich war noch nicht auf der Baustelle.“ Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff (CDU) führt die Presseleute hinein ins Haus der Bürgerschaft. Das Parlamentsgebäude befindet sich derzeit in „einem traurigen Zustand“, sagt Architekt Jörg Meyer.

Bremen - Decken sind geöffnet, Leitungskanäle freigelegt, Teppiche entfernt. Seit zwei Monaten laufen die Sanierungsarbeiten in dem 1962 bis 1966 nach Plänen des Architekten Wassili Luckhardt errichteten Gebäudes, das längst unter Denkmalschutz steht. 

Sanierung heißt zunächst Abbruch. Mittlerweile seien alle Abrissarbeiten erledigt, alle Decken geöffnet, der Estrich ist aufgestemmt. „Das ist ein erster Meilenstein“, sagt Meyer. Und bislang hat es keine bösen Überraschungen gegeben. „Wir sind momentan im Kosten- und Zeitlimit“, sagt der Architekt. „Aber wir sind ja erst am Anfang der Baustelle.“

Schwerpunkt Elektrotechnik

Zehn Millionen Euro sind für die Sanierung veranschlagt. Und eine Bauzeit bis Ende 2020. Der Parlamentsbetrieb läuft natürlich weiter. Die Bremische Bürgerschaft tagt in der Zwischenzeit im Rathaus.

Auf der Baustelle: die Architekten Anna Campe und Jörg Meyer. 

Zurück ins „traurige“ Hohe Haus: Momentan sind sechs Gewerke auf der Baustelle aktiv. Während der gesamten Bauzeit werden laut Immobilien Bremen zehn Ingenieurbüros und 24 bis 28 Firmen beauftragt. Der Schwerpunkt liegt in der Elektrotechnik. 2,2 Millionen Euro werden in die Kabelage für Technikräume und Einspeisepunkte investiert. „Wir müssen die technische Gebäudeausstattung in die Neuzeit transferieren“, sagt Meyer. W-Lan soll dann im gesamten Gebäude garantiert sein. Digitale Neuzeit eben.

Viele Details im Blick behalten

„Das ist ein ungewöhnliches Bauvorhaben“, sagt Architektin Anna Campe vom Büro Campe Janda Architekten. „Wir öffnen Decken und müssen sie hinterher wieder schließen. Und alles denkmalschutzgerecht.“ 

Abmontierte Heizungen lagern im Festaal.

Campe fungiert als Bauleiterin. Sie spricht von einer „Komplexität im Bestand“. Soll heißen: Ganz viele kleine Dinge müssen beachtet werden. Dazu zählen beispielsweise Absturzsicherungen und Durchsturzsicherungen an den Treppengeländern.

Brandschutz kostet rund fünf Millionen Euro

Auch der Brandschutz wird in die Zukunft übertragen. Das kostet etwa die Hälfte der veranschlagten zehn Millionen Euro. Architekt Meyer spricht von einer „Investition im Verborgenen“.

Kabelsalat im Treppenhaus. 

Der Präsident steuert derweil sein Büro an. Und blickt in einen „schwarzen Bereich“ mit Asbest unter der Plane. „Das ist ja ganz anders“, sagt Imhoff. Und fährt mit einem Finger über eine Holztür, wo offensichtlich ein Splitter abgesprungen ist. Meyer beobachtet die Szene. Später sagt er: „In den Anstrich“, also in Lackierung und Farbe, in die Optik eben, werden lediglich 120. 000 Euro investiert. „Aber das ist für den Betrachter für eine gelungene Sanierung entscheidend.“

„Durchwurfhemmung“ für Glasfassade

Der Plenarsaal übrigens wird bei der Sanierung nicht angefasst, heißt es. Also fast gar nicht. Die Beleuchtung wird auf LED umgestellt. An der Technik wird gefeilt. Die Kommunikation zwischen Präsident, Verwaltung und Rednern soll optimiert werden. „Das sind nur kleine Bausteine.“

Die Glasfassade im Erdgeschoss wird auch erneuert. und mit einer „Durchwurfhemmung“ ausgestattet, sagt Campe. Das entspricht dann den Sicherheitsanforderungen der Kriminalpolizei.

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